Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 11 (1935-1936)
- Issue
- Heft 2 (Mai 1935)
- Article
- Bar-Kocheba
- Date
- 1935-05-01
- Page
- 68 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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jakob Picard: Bar-Kocheba Wie sollten sie den Tempel schon vergessen Und wie verwunden haben ihres Stolzes Qual, Da zwischen Trümmern noch die heiligen Cypressen Von einstmals wuchsen als lebendiges Mal, Da vor den tauben Götzen scheulich krochen Beschweifte Helme, deren Übermut Schon Jahr um Jahr ohnmächtig Pochen Der gläubigen Herzen trieb zur Wut! Noch spürten sie in ihren starken Armen Den letzten großen Hasmonäersieg, Als sie von keinem Heiden je Erbarmen Gefleht und Opfer trostreich wieder stieg ... Und als vor Not die Hoffnung fast versagte, Kam irgendher, von dem Geheimnis voll, Der Sohn des Sterns gesandt, der gläubig wagte Noch einmal sie zu führen kühn und toll. Sie brachen auf und ließen Vieh und Reben Und wußten ihre Heimat kämpfte mit Und daß es mehr als ihr geringes Leben, Daß es den EINEN galt, um den man stritt. Noch einmal jauchzend hoben sie die Schilde, Noch einmal sandten sie der Tuben Ton Von Berg zu Berg, benommen von dem Bilde Des Heiligtums und dem verheißnen Lohn. Leo Hirsch / An der Grenze (Schiuss) „Jungens, zum Essen!" rief nun der Kantor. Er sang das „Essen" mit Koloratur aus. Der kleine Kiwi drehte sich um, beugte sich blitzschnell über Boskin und riß ihm mit Geschick das Messer aus der Hand. Er warf es verächtlich vor Boskin hin: „Da steck Dein Dreckmesser ein und komm essen!" Boskin stand wie benommen auf und ging ins Eßzimmer. Die anderen waren noch in der Küche, sie wollten der Mutter, die schon am Herd austeilte und auflegte, auftragen helfen, jeder 68