Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 11 (1935-1936)
- Issue
- Heft 1 (April 1935)
- Article
- Land Israel
- Date
- 1935-04-01
- Page
- 30 (sequence 3)
- Language
- German
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Ludwig Strauß Kltlder Ivagen sah ich führen Kostbare Fracht Im Tale Jesreel: Kinder, die sie lenkten, Kinder, die drin fuhren, Heiter wie der Heimattag; Ihr Singen, ihr Lachen Quoll zum Rand der Berge, Füllte leicht das Himmelsblau Überm Tale Jesreel. Reiter sah ich streifen Von Dorf zu Dorf Im Tale Jesreel: Kinder auf Pferden, Kinder auf Eseln, Heiter wie der Heimatwind; Um braune Gesichter, Die grüßten aus der Höhe, Leuchtete das Himmelsblau Im Tale Jesreel. Rufe hört ich hallen Aus früher Nacht Im Tale Jesreel: Kinder im Mondlicht, Große mit den Kindern, Spielten auf dem Rasengrund; Hell um ihren Kreis Dämmerte die Erde wie Ein heiteres Geheimnis Im Tale Jesreel. Kamelherde ieder den grauen, im Lichte schwindenden Berghang zur Tränke Rennt immer schneller gezogen die Herde, mit strebenden Hälsen, Große Vogelleiber, auf hohen Beinen gewiegte, Weichen Laufs und tanzenden Sprungs, die Quelle schon feiernd, Die sie im Talgrund erharrt. Von hellster zu dunkelster Bräune Spielt übern blinden Karst die runde, lebendige Tierheit, Aber inmitten sieh: das Eine, fleckenlos weiße, Nicht von der Erde, aus seligem Nichts, umrissene Reinheit, Wandelnde, schaukelnde Lücke im stofflichen Raum, mit den andern Unschuldig immer verschwistert und wird doch, wenn sie sich sammeln, In ihrer Mauer ein Fenster — wohin? Ein offenes Fenster. 30