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Der Morgen · 1935-02-01 · Heft 11 (Februar 1935) · p. 523

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
10 (1934-1935)
Issue
Heft 11 (Februar 1935)
Article
[Rezension]
Date
1935-02-01
Page
523 (sequence 1)
Language
German
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Germania Jadaica. Bandl: Von den ältesten Zeiten bis 1238. Herausgegeben von 1. Elbogen, A. Freimann und H. Tykocinsfci. Breslau 1934, M. u. H. Marcus Verlag Für die älteste Geschichte der Juden in Deutschland, auf die uns im vorigen Jahre die Jubiläen der Gemeinden Worms und Speyer hingewiesen haben, liegt nach fast 30jähriger, an Hindernissen reicher Vorarbeit eine neue umfassende Darstellung vor. Richtiger gesagt: die Bausteine für eine solche Geschichtsdarstellung. Denn die „Germania Judaica" soll — nach dem ursprünglichen Plan — all das zusammenfassen, was über den Aufenthalt und die Geschichte der Juden in den einzelnen Orten des alten Deutschen Reiches (einschließlich Österreichs und Böhmens) bis zum Wiener Kongreß bekannt ist. Der nun abgeschlossene erste Band (dessen erste, kleinere Hälfte noch während des Krieges erschien) reicht bis 1238, dem Jahre der Judenordnung Friedrichs IL, und umfaßt damit einen ähnlichen Zeitraum wie das entsprechende Werk über die französischen Juden, „Gallia Judaica", das nicht viel über das 14.Jahrhundert hinausgeht Während jedoch dieses eine Oberfülle biographischen und literaturgeschichtlichen Materials enthält, neben dem die Angaben über die äußere Geschichte und die sozialen Verhältnisse der Juden an Umfang zurücktreten, bietet die „Germania Judaica" ein ganz anderes Bild. Die literarische Tätigkeit der deutschen Juden wird erst am Ende der behandelten Periode intensiver, der Kreis um R. Meir von Rothenburg gehört ihr kaum mehr an. Die angesehenen Rabbiner hatten vornehmlich an einigen wenigen Orten (Köln, Mainz, Speyer, Würzburg, Regensburg) ihren Sitz. Dafür aber haben wir eingehende Berichte über die äußeren Geschehnisse, einerseits in den jüdischen Schilderungen der Kreuzzugszeit, die auch zahlreiche Rückschlüsse auf die gesamten Lebensverhältnisse ermöglichen, anderseits in christlichen Chroniken, und dazu gesellt sich eine Reihe von Urkunden, aus denen sich die rechtliche und wirtschaftliche Stellung der Juden ergibt. Die Bearbeiter haben auf diesem Gebiet eine Reihe von Darstellungen und Sammelwerken vorgefunden, sich* aber dadurch nicht den Weg zur Prüfung der Quellen versperren lassen. Daß die Ergebnisse der einzelnen Mitarbeiter hierin nicht immer übereinstimmen, ist bei einem derartigen Werk kein Mangel. Die einzelnen Artikel behandeln, ausgehend von der allgemeinen Geschichte und Bedeutung des betreffenden Ortes, die Geschichte der jüdischen Siedlung seit ihren Anfängen, die Berufstätigkeit der Juden, soweit möglich auch ihre rechtliche Stellung und Gemeindeverfassung, Synagoge, Friedhof, geistige Betätigung, und schließen mit der Biographie der geschichtlich oder literarisch bedeutsamen Männer und mit ausführlichen Quellennachweisen. Dabei sind die Nachrichten, die über die einzelnen Orte in den Rechtsgutachten der Rabbiner oder in den Archiven der Städte und Klöster — man muß sagen: zufällig — auf uns gekommen sind, von recht verschiedenem Gewicht. Manche müssen sich mit einem Posten in einer Steuerliste oder mit einer sagenhaften Angabe in einer Chronik begnügen, für andere wie für Köln oder Würzburg finden wir ausführliche Verzeichnisse der jüdischen Grund- 523

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