Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 10 (1934-1935)
- Issue
- Heft 4 (Juli 1934)
- Article
- Wissenschaft und Politik [Rezension]
- Date
- 1934-07-01
- Page
- 186 (sequence 2)
- Language
- German
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zu hoher Differenzierung der Arbeitsleistung entwickelten Volksganzen. Sie sind es, welche über die Mittel der sozialen Versicherung verfügen, Sie, welche in dem großen Werk der Arbeit hemmend und fördernd eingreifen. Dieses können Sie nicht auf dem Boden der Naturheilkunde, sondern auf dem Boden der Wissenschaft, über die Sie verfügen. Diese politische Aufgabe des Arztes fordert es ..." Dieselbe Zeitschrift gibt im Heft 3 des Jahrgangs 1934 einem Mitglied der nationalen Verbände, Wilhelm Ute r mann, das Wort zu einer mehr laienmäßigen Darstellung des Begriffes „Politische Wissenschaft": „Wenn wir Nationalsozialisten heute in die Hörsäle gehen, sitzen wir da mit erbittertem Staunen, wie weltfremd die meisten Professoren und auch Studenten dem großen Geschehen geblieben sind. Die Lehrbefähigung hat ein Professor nach unserer Auffassung nur dann, wenn er erlebnisfähig ist, und das heißt nicht, wie es immer so schön gesagt wird, „mit beiden Füßen auf dem Boden der gegebenen Tatsachen" steht, sondern wenn er das, was er Zeitgeist in sich trägt, tief innerlichst erlebt und aus dem Reinigungsfeuer des Erlebens als ein neuer Mensch, als ganzer Kerl hervorgeht. Es geht nicht an, daß ein Professor, der deutsche Wissenschaft im neuen Staat vertreten soll, für uns der fleischgewordene Protest gegen unsere Welt ist. Er muß uns fremd bleiben, wie er uns niemals verstehen wird. Der Hochschullehrer braucht sein eminentes Wissen, das wir ihm gerne zubilligen, uns nicht durch eine endlose Serie von Umschreibungen und Fremdwörtern beweisen und Probleme sehen, wo wirklich keine sind. Wir verstehen diese Sprache nicht und sind auch nicht gewillt, sie zu lernen. Denn: was uns die Hochschule an Erfahrung und Wissen gibt, fühlen wir uns verpflichtet, weiterzuleiten und weiterzugeben an unsere Kameraden der Mannschaft, der wir entstammen und zu der wir erst recht gehören bei unserer Arbeit. Volkstümlich also im besten Sinne des Wortes sollen die Kollegs unserer Hochschule sein. Nur dann kann Wissenschaft lebendig sein und aus ihrer Erstarrung gelöst werden, in die sie zu ihrem Schaden geraten und die ihr den Sockel entzogen, auf dem allein Wissenschaft als wahres Volksgut leben kann. Erst wenn der Hochschullehrer wieder demütig wird (und damit auch seine Wissenschaft), kann er wieder notwendiges und aufbauendes Glied der Gemeinschaft werden. Lehrer und Wissenschaft müssen dienen, nicht herrschen. Wissenschaft ist ebensowenig Schicksal, wie die Wirtschaft es von sich einst behauptete. Wir bejahen ihre Notwendigkeit, aus der ihr aber nur die Pflicht des Dienens erwächst. Jahrelang haben wir in der SA. gestanden und in ihren Reihen das Erleben gefunden, das das kommende, das dritte Reich gestalten wird. Wir haben kein Gerede gekannt, nur Führertum. Also verlangen wir auch von den Männern, die uns auf der Hochschule führen sollen, Führerqualitäten und soldatische Haltung. Nur Autorität und Persönlichkeit können nach aristokratischem Prinzip die kommende Generation erziehen..." 186