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Der Morgen · 1934-06-01 · Heft 3 (Juni 1934) · p. 133

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
10 (1934-1935)
Issue
Heft 3 (Juni 1934)
Article
Der Garten des Sergeanten Dardar
Date
1934-06-01
Page
133 (sequence 1)
Language
German
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M. Y. Ben-Gavriel: Der Garten des Sergeanten Dardar (Fortsetzung) „Ich war, ehe ich zur Polizei ging, Mitglied einer Kwuzah und später Hirt in Kfarhannephilim. Einmal, kurz nach den Augustunruhen, lag ich mit meiner Herde gute zwei Stunden hinter unserem Dorf auf einem Berg. Die Schafe weideten auf der halben Höhe des Berges; meinen Esel hatte ich auf der andern Seite angebunden, weil er sich mit den Schafen nicht vertrug. Ich selbst saß auf dem Kamm des Hügels, schaute in den Himmel und langweilte mich. Plötzlich bemerkte ich unten im Wadi drei Leute, der Kleidung nach Beduinen, die Gewehre trugen. Ich war sofort im Bild: Räuber. Da sie überdies, als sie erkannten, daß ich sie bemerkt hatte, sofort hinter Steinblöcken verschwanden, wußte ich, daß meine Annahme richtig war. Die Situation war außerordentlich kompliziert: das Vieh zusammenzutreiben war nicht mehr möglich und übrigens völlig sinnlos, da ich ohne Flinte mich nicht gegen drei Gewehre hätte verteidigen können. Da fiel mir aber ein, daß unweit von meinem Standort, in einer kleinen Höhle, ein paar Pistolen versteckt sein müßten, die wir dort untergebracht hatten, als die Engländer alle den erlaubten Stand überschreitenden Waffen wegnahmen. Ich kroch langsam den Kamm entlang auf die Höhle zu. Es war kein angenehmer Weg, bei Gott nicht, denn jedesmal, wenn ich zufällig den Kopf hob, pfiffen mir ein paar Geschosse um die Ohren. Endlich war ich bei der Höhle angelangt und fand richtig fünf Repetierpistolen und genügend Reservemunition; überdies einen dicken Knäuel Strick, den man wahrscheinlich dort vergessen hatte, gut einige hundert Yard. Während ich aufs Geratewohl ein paar Schüsse abfeuerte, um den Burschen unten den Geschmack am Heraufkommen zu nehmen, überlegte ich meine weitere Taktik. An Davonlaufen war nicht zu denken, denn wenn ich aufhörte zu schießen, würden sie heraufkommen und, wenn ich den sehr übersichtlichen Hang hinunterlief, mich mit ein paar Kugeln erledigen. Ebensowenig konnte ich daran denken, mit ihnen zu unterhandeln, da sie sich allem Anschein nach auf einem Raubzug befanden. Die Situation war ungemütlich, um nicht zu sagen hoffnungslos; um so mehr, als es ausgeschlossen war, durch Schüsse Hilfe heranzuholen.' Das Dorf war zu weit entfernt, und der uns befreundete Stamm der M'lachabeduinen, der in der Gegend gelagert hatte, war einige Tage vorher abgezogen. Während ich dies alles, hie und da einen Schuß abgebend, überlegte, schrie 133

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