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Der Morgen · 1934-02-01 · Heft 8 (Februar 1934) · p. 437

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Journal
Der Morgen
Volume
9 (1933-1934)
Issue
Heft 8 (Februar 1934)
Article
Die Reichsvertretung der deutschen Juden
Date
1934-02-01
Page
437 (sequence 1)
Language
German
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DER MORGEN / MONATSSCHRIFT DER DEUTSCHEN JUDEN BEGRÜNDET VON PROFESSOR DR. JULIUS GOLDSTEIN. DARMSTADT 9. JAHRGANG FEBRUAR 193* HEFT 8 Die Reichsvertretung der deutschen Juden Nach Ablauf eines Jahres, seitdem mit der Berufung Adolf Hitlers zum Reichskanzler die nationalsozialistische Bewegung die Führung Deutschlands übernommen hat, darf auch die Vertretung der deutschen Juden von ihren Wünschen, ihren Hoffnungen, ihren Zielen sprechen. Sie weiß, wie groß und vielgestaltig die außen- und innenpolitischen Aufgaben der Regierung sind und daß die Judenfrage nur einen kleinen Ausschnitt aus diesem Kreise bildet. Allein — ob mit Recht oder Unrecht —: außerhalb Deutschlands mißt man ohne Zutun der deutschen Juden ihrer Behandlung eine erhebliche Bedeutung bei, und auch im Innern kann eine Lösung, die die Lcbensnotwendigkeiten des deutschen Judentums mit den Erfordernissen des neuen Reichs zu vereinbaren weiß, nur förderlich wirken. So glaubt die Reichsvertretung, indem sie, unter Verzicht auf alle ideologischen Erörterungen, diese Lebensnotwendigkeiten aufzeigt, nicht nur der engeren Gemeinschaft der deutschen Juden, sondern Deutschland selbst einen Dienst zu erweisen. Die Reichsvertretung anerkennt, daß (von dem Verbot der rituellen Schlachtungen abgesehen) jeder Eingriff in das religiöse Leben peinlich vermieden worden ist. Sie muß aber darauf hinweisen, daß die Träger dieses religiösen Lebens, die Gemeinden, infolge der ungeheuren Abnahme der Wirtschafts- und Steuerkraft ihrer Mitglieder zu erliegen drohen, während gleichzeitig ihr Pflichtenkreis auf religiösem, sozialem und kulturellem Gebiet nach Art und Umfang aufs stärkste gewachsen ist und sich noch immer weiter ausdehnt. 437

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