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Der Morgen · 1933-12-01 · Heft 6 (Dezember 1933) · p. 386

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Journal
Der Morgen
Volume
9 (1933-1934)
Issue
Heft 6 (Dezember 1933)
Article
Von jüdischen Bünden
Date
1933-12-01
Page
386 (sequence 2)
Language
German
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und des Palästina-Aufbaus kommen ferner in den Veröffentlichungen der Habonim und des Makkabi-Hazair zur Behandlung. Besonders interessant ist das Blatt des „Arbeitskreises Jüdischer Jugendgruppen"- Es gibt einen Einblick in die Entwicklung des Arbeitskreises von einer sozialen, jugendpflegcrischen Einrichtung der Gemeinde zu einem selbständigen radikalen Jugendbunde mit festumrissenem jüdischem Programm. Auch in der deutsch-jüdisehen Jugend hat der Weg von der reinen Nachwuchsorganisation zum autonomen Er/iehungsbunde seinen Abschluß gefunden. Dies zeigt sich in den Blättern der „Deutsch-Jüdischen Jugendgemeinschaft" („Tun und Hören") und des „Ring", Bund deutsch-jüdischer Jugend. Beide Bünde sind aus der „C. V.-Jugcndgemcinschaft" hervorgegangen. Heute führen sie ein bündisches Eigenleben, zu ihrem eigenen Nutzen und — zum Nutzen des C. V., dem sie sich bei aller Selbständigkeit ideologisch verbunden fühlen. Man setzt sich neu mit den Fragen der Emanzipation in Deutschland auseinander, als deren erste Voraussetzung man eine Neubiudung an jüdisches Sein betrachtet. Darüber hinaus behandeln die Blätter Fragen der Berufsumstellung und der Jüngcrenerziehung. Schon weil viele Bünde auf die regelmäßige Herausgabe von Bundesblättern verzichten, erhebt diese Übersicht in keiner Hinsicht den Anspruch darauf, ein erschöpfendes Bild vom Leben jüdischer Bünde in Deutschland zu bieten. Werner Rosenstock. Der Vortrupp Für den Bund „Der deutsche Vortrupp" verlangt sein Führer Dr. Hans Joachim Schoeps in seinem „Blatt einer Gefolgschaft deutscher Juden" die Führer- Stellung im deutschen Judentum. Begründet wird dieser Anspruch durch den Hinweis auf das Versagen der alten Formationen des deutschen Judentums. Den bisherigen jüdischen Wcltanschauungsverbänden wird Reaktion, weil Assimilation vorgeworfen. Der jüdische Liberalismus habe im eigenen Kreise eine vollkommene Angleichung an die Gedankengänge und Zielsetzungen der spätliberalistischen europäischen Zersetzungsepoche vollzogen. Er habe nach bekannten Vorbildern der Umgebung alle herrschaftlichen Gliederungen und objektiven Ordnungsformen nivelliert und an Stelle der Offenbarungsreligion eine allgemein menschliche Ethik gesetzt, die dem konkreten Inhalt der jüdischen Lehre niemals gerecht werden könne. Noch schlimmere Assimilanten seien die Zionisten. Ihnen sei die Säkularisierungstendenz des rationalistischen Zeitalters so sehr in Fleisch und Blut übergegangen, daß für sie Israel nur ein Volk unter den Völkern der Welt bedeuten könne. Dort habe man ganz vergessen, daß Israel, wenn überhaupt Volk, so durch das Wort vom Sinai Gortcsvolk sei, das des Messias harren müsse, um aus der Zerstreuung befreit und des Heiligen Landes und seines Tempels wieder teilhaftig werden zu können. Das Judentum dürfe darum keine besondere Kultur, keine eigene Sprache 386

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