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Der Morgen · 1933-11-01 · Heft 5 (November 1933) · p. 332

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Journal
Der Morgen
Volume
9 (1933-1934)
Issue
Heft 5 (November 1933)
Article
Juden in Spanien
Date
1933-11-01
Page
332 (sequence 5)
Language
German
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den. Und noch eines muß sich jeder klarmachen, der nach Spanien kommt: Spanien ist nicht Mitteleuropa! — Wer hier etwas erreichen will, muß sich mit viel Geduld und Ausdauer wappnen. Denn der Begriff „Zeit" oder gar „time is money" ist jenseits der Pyrenäen unbekannt. Madrid. Maria Diaz. Ruckwanderung u, Berufsumschichtung in Osteuropa Die jüdische Rückwanderungswelle, die auf die Machtergreifung durch den Nationalsozialismus in Deutschland folgte, ist im Prinzip für Polen nichts Neues. Schon im Jahre 1931 hat die Zahl der Rückwanderer nach Polen (allerdings ohne Berücksichtigung der Konfession) die Zahl der Auswanderer, gemäß Statistiken des polnischen Auswandererbüros, um 11000 übertroffen. Aus dem früher wichtigsten Einwanderungsland, den Vereinigten Staaten, liegen für das Fiskaljahr, das am 30. Juni 1932 abschloß (s. den Bericht des Gencral-Einwandcrungskommissars) detaillierte Ziffern vor, die u. a. für Polen einen Überschuß der Rückwanderer — wieder ohne Berücksichtigung der Konfession — um 1112 Köpfe ergeben. Auch die rein jüdische Rückwanderung durch und aus Deutschland nach Osteuropa ist nicht tatsächlich eine1 Neuerscheinung; nur das Ausmaß ist stoßartig gestiegen. Nach einer Zählung der Wandcrfürsorgestelle der Jüdischen Gemeinde Berlin aus den Monaten Januar bis Mai 1931 wurden z. B. daselbst 625 Rückwanderer betreut. Nach einer Angabe von sachverständiger Seite dürften seit dem 1. Februar bis zum 1. Oktober 1933 etwa 12000J13000 Juden aus Deutschland nach ost- und südosteuropäischen Staaten zurückgewandert sein. Davon haben nur 2000-3000 die Übersiedlung ganz aus eigenen Mitteln, ohne irgendwelche Unterstützung durch jüdische öffentliche Instanzen bewerkstelligt, während etwa 10 000 eine solche beansprucht haben, darunter etwa 6000 Männer, 3000 Frauen und 1000 Kinder. Rund 75'Vo der Erwachsenen gaben als Beruf handwerkliche Betätigung an. Die Fälle dürften dem Vernehmen nach nicht allzu selten sein, wo solche Rückwanderer sich in ost- und südosteuropäischen Orten niederlassen als z. B. „Berliner" Schneider oder Schuhmacher, falls sie sich von einer solchen Herkunftsbezeichnung eine gebesserte Stellung im örtlichen handwerklichen Wettbewerb versprechen. Ob mit Recht, müßte die Zukunft erweisen. Polen z. B., das mit seiner relativ entwickelten Industrie stark von der Krise betroffen ist, belieferte in der Vorkriegszeit den gesamten russischen Markt bis hinein nach Turkestan und Sibirien, während es jetzt seinen Absatz im wesentlichen im Inland suchen muß und von Seiten seiner westlichen Nachbarn mit einer überlegenen Konkurrenz zu rechnen hat. Die Landwirtschaft insbesondere in Polen leidet, nachdem die dauernde und saisonmäßige Auswanderung aufgehört haben, die früher jedes Jahr das Land um 50000 332

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