Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 9 (1933-1934)
- Issue
- Heft 5 (November 1933)
- Article
- Aus der Frühzeit der Emanzipation
- Date
- 1933-11-01
- Page
- 322 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Fritz Friedlacnder Moritz Veit geleitet, dessen verlegerische Tätigkeit Ludwig Geiger in seinem Buch „Die deutsche Literatur und die Juden" und Gerhard Lüdtke in der Geschichte des Verlags de Gruyter gewürdigt haben. Jacoby hat sich für Riessers Denkmalplan erfolgreich eingesetzt und, wie aus einem weiteren Brief Riessers vom 19. März 1839 hervorgeht, den Betrag von 600 Thl. gesammelt; ein dritter Brief Riessers vom 5. Mai 1847 zeigt beide Männer auch persönlich befreundet. Riessers Schreiben hat folgenden Wortlaut: „Herrn Dr. med. J. Jacoby wohlgeboren in Königsberg. Geehrtester Herr Doktor! Wenn ich die Feder ergreife, um mich Ihnen in's Gedächtniß zu rufen und zugleich Ihre Mühwaltung für einen gemeinnützigen Zweck in Anspruch zu nehmen, so würde ich mich fürwahr einiger Befangenheit nicht erwehren können, setzte mich nicht das Gefühl inniger Sympathie für ein solches Streben Ihnen gegenüber über jede kleinere Rücksicht hinweg. Sie haben mir vor nunmehr fünf Jahren einen Brief geschrieben, der mir damals als ein Zeichen aufmunternder Theilnahme für mein junges Streben die innigste Freude gewährte, und mich auch jetzt wieder, da ich ihn eben aus meinen Papieren hervorsuche und von Neuem überlese, mit dem gleichen Gefühl durchdringt. Ich empfing Ihren Brief damals auf einer Reise, inmitten der lebhaftesten inneren und äußeren Bewegung, wo ich nicht zum Antworten kommen konnte. Oefter wurde ich später an Sie erinnert, besonders durch Ihre kleine glühende Schrift gegen Streckfuß, die ich in meinem „Juden" anzeigte; danach verschob ich es, meiner, üblen Gewohnheit nachgehend, immer, Ihnen zu schreiben, bis sich irgend eine äußere Veranlassung dazu fände. Diese bietet sich mir in diesem Augenblicke, nachdem Sie alle Ursache haben, mir über mein langes Schweigen zu zürnen, dar, und da ich die feste Ueberzeugung habe, daß Sie den trefflichen Gesinnungen, die aus jenem Briefe hervorleuchten, unverbrüchlich treu geblieben sind, so nehme ich keinen Anstand, mich statt des Dankes und statt der Bitte um Ihre Verzeihung, die Sie mit Fug und Recht erwarten könnten, ohne Weiteres mit einem Gesuche an Sie zu wenden. Die beifolgende Broschüre und insbesondere meine Bemerkungen auf der letzten Seite werden Sie über den Inhalt meines Gesuchs aufklären. Ich zähle für die Verbreitung dieser 322