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Der Morgen · 1933-10-01 · Heft 4 (Oktober 1933) · p. 276

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Journal
Der Morgen
Volume
9 (1933-1934)
Issue
Heft 4 (Oktober 1933)
Article
Solomon Schechter
Date
1933-10-01
Page
276 (sequence 3)
Language
German
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seines Schicksals hatte ihm gezeigt, worin seine Lebensaufgabe bestand: die Einheit des Judentums fest zu begründen, die in Ost und West, bei den ehrlichsten Liberalen wie bei den großherzigsten Konservativen vorhanden war. „Einheit und Frieden" erstrebte er innerhalb des amerikanischen Judentums; doch den Grund der Gegenwartsanschauung sollte die umfassendste Kenntnis der jüdischen Vergangenheit bilden. Nun gelang ihm das letzte Anliegen eines Mcisterlebcns: er durfte die Schule gründen, die seine Forschungsgrundsätze und Lcbenslehren weiter trug — der Kette war ein neues Glied angeschlossen, die einst mit unserm Lehrer Moscheh am Sinai ihren Anfang genommen hatic. ♦ Dem Land der Väter gehörte sein Herz; er war, wie er an Zangwill schrieb, lange schon Zionist, ohne den Parteistempcl zu tragen. Aber entschieden weigerte er sich, den Grundgedanken seines Lebens gemäß, die Nation von der Religion zu trennen. Palästina ist für ihn, den Zeitgenossen und Bewunderer Achad Haams, das geistige Zentrum, das dem verdorrenden Judentum zu neuem Leben verhilft; und den Zionismus wertet er vor allem als die stärkste Kraft zur Bekämpfung der Glaubenszersetzung und Assimilation. Er schloß die glücklichen Augen zu früh, als daß er noch gesehen hätte, welche Aufgaben dem Zionismus in dieser Zeit noch vorbehalten waren. Aber es war sein Wunsch, in Erez Israel begraben zu werden. * Auch dies ist bezeichnend für den Mann und für den geistigen Raum, in welchem er wirken durfte: als Norman Bentwich seinen Vortrag über Solomon Schcchter hielt, da geschah das im großen Vortrags-Saalc der Universität in London; dort war früher ein christlicher Betraum gewesen, und noch vor wenigen Monaten hatte dort ein Anderer gestanden und über Franz von Assisi gesprochen. Dieser Andere — es war Professor Burkitt, ein christlicher Theologe und Freund Schechters aus Cambridge — schreibt nun das Vorwort zu dieser Schechter-Biographie. Und er findet eine tiefe innere Verwandtschaft zwischen dem mittelalterlichen Heiligen und dem jüdischen Forscher und Führer: das Lebenswerk beider galt der Erneuerung des Glaubens unter ihren eigenen Glaubensgenossen. Berta Badt-Strauss. Zentralausschass der deutschen Jaden für Hilfe und Aufbau Die wirtschaftliche Entwicklung des deutschen Judentums hat im letzten halben Jahre zu einem Notstand geführt, dem mit gewöhnlichen Mitteln nicht mehr begegnet werden konnte. Es ergab sich sehr bald die Notwendigkeit, eine Zentralstelle zu schaffen, die alle Hilfsmaßnahmen zusammenfassen konnte. So wurde am 13. April von der Reichsvertretung der jüdischen Landesverbände der Zentralausschuß der deutschen Juden für Hilfe und Auf bau errichtet In diesem Ausschuß, der unter 276

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