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Der Morgen · 1933-10-01 · Heft 4 (Oktober 1933) · p. 271

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
9 (1933-1934)
Issue
Heft 4 (Oktober 1933)
Article
Frankreich als Einwanderungsland [Rezension]
Date
1933-10-01
Page
271 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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Frankreich als Einwanderungsland Georges Mauco: Die Einwanderung nach Frankreidt. (Internationale Rundschau der Arbeit. XI. 7. Juli 1933). Jean Privost: Gesdiidite Frankreichs seit dem Kriege, Stuttgart, J. Engelhorns Nach/.. November 1932. „Es ist eine bekannte Tatsache, daß Frankreich eines der wichtigsten Einwanderungsländer der Welt geworden ist und seit dem Kriege sogar die Vereinigten Staaten von Amerika übertrifft." Mit dieser Feststellung beginnt Mauco seinen umfassenden Aufsatz. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts hat die Zahl der Ausländer in Frankreich sich verachtfacht. . ,„ , v.H. der Gesamtjahr Ausländer , .... •* bevolkerung 1S51 1931 370 000 3000 000 1,0 7,0 Nicht in gleichem Maße bekannt ist die Tatsache, daß auch für die Zusammensetzung der französischen Judenheit das Moment der Einwanderung entscheidend ist. Seit der Französischen Revolution ist die Gesamtbevölkerung Frankreichs um 50o/o gewachsen, die französische Judenheit jedoch um 450°/o. Gesamtjahr bevolkerung davon Juden v.H. 1790 27 000000 40 000 0,15 1926 40740000 220 000 0,54 Allein in den Nachkriegsjahren zwischen 1921 und 1931 stieg in Frankreich die Zahl der Ausländer um 1470 000; darunter befanden sich 35 000 Juden (s. Hanns R e i s s n e r, „Französisches Judentum" in „Der Morgen" V, 6). Stellt man die Angaben zusammen, die das Israelitische Familienblatt, Hamburg, in seiner Nr. 37 vom 14. September 1933 gebracht hat, so ergibt sich, daß seit der Machtergreifung des Nationalsozialismus etwa 45—50 000 Juden Deutschland verlassen haben. Von ihnen haben sich 25 000, mithin 50»/o nach Frankreich gewandt. Die sozialen Probleme dieser letzten französischen Einwanderungswejlc sind auch in Deutschland festgestellt worden, mit Genugtuung von nationalsozialistischer, mit Bedauern und Sorge von jüdischer Seite. Nach Frankreich sind hauptsächlich Angehörige der freien Berufe (Ärzte, Rechtsanwälte und Journalisten) sowie — meist mittellose — Kauflcute und kaufmännische Angestellte gekommen. Hingegen sind Handwerker und qualifizierte Arbeiter — entsprechend der Berufsschichtung in Deutschland — nur in geringer Zahl eingewandert. Zudem haben die Einwanderersich in wenigen Städten, nicht zuletzt in Paris, zusammengeballt, und leider nicht immer die ihnen als Gäste gebotenen Grenzen des Takts und der Bescheidenheit gewahrt. Welche Erkenntnisse ergeben sich aus den beiden oben angezeigten Büchern für das Problem der beruflichen und sozialen Eingliederung der diesjährigen jüdischen Einwanderung in Frankreich? Mauco urteilt, daß die wirtschaftlichen Nachteile, die unvermeidliche 271

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