Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 9 (1933-1934)
- Issue
- Heft 4 (Oktober 1933)
- Article
- Deutschtum "und" Judentum
- Date
- 1933-10-01
- Page
- 268 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
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Umschau wieder vergegenwärtigen und grade die Dinge, die Sie infolge des Übersehens dieses Unterschieds am meisten verstört haben. Non scholae sed vitae discimus — gewiß, aber zwar nicht scholae, doch schola. Die Schule ist nicht das Leben, sie bleibt auch nicht im Leben irgendwie erhalten, das Leben sucht sich seine eigenen Wege, aber die Schule ist notwendig Vorbedingung, daß das Leben suchen kann und nicht einfach vorlieb nehmen muß mit dem, was es — findet. Auf das Einzelne brauche ich wohl kaum mehr einzugehn. Was Sie sagen, beruht alles auf der Vorstellung, als ob ich, meiner ausdrücklichen Versicherung im ersten Absatz des Schriftchens zuwider, durch „Judentum" „Deutschtum" irgend verdrängen wollte. Und daß und warum ich das nicht will, hoffe ich Ihnen nun ganz deutlich gemacht zu haben. — Indem ich den Brief nochmal durchlese, merke ich mit Vergnügen, daß meine vorausgeschickte Ablaßbitte für etwaige Verstöße gegen die Höflichkeit ziemlich überflüssig war, wohl dank dem grundsätzlichen Angreifen der Frage, — aber das müßten eigentlich Sie mir bestätigen und nicht ich Ihnen. Mit herzlichen Grüßen an Sie und Ihren Mann und die Kinder bin ich . Ihr Franz Rosenzweig, Deutscher und Jude, und nun allerdings, nach freier Wahl und Entscheidung mit dem Schwergewicht (mag auch meine Masse noch auf dem Ersten ruhen), mit dem Ton des persönlichen Willens auf dem Zweiten — ecce deus fortior me, wie's Ihnen Ihr Dante nel libro della memoria sua sagt .... Umschau Überall, wo in der letzten Zeit die nationalsozialistische Bewegung sich zu wichtigen Kundgebungen zusammenfand, haben ihre Repräsentanten die Weltanschauung und die Grundauffassung der neuen Staatsführung zum Ausdruck gebracht, insbesondere auf dem machtvollen Nürnberger Parteitag. Hier hat der Reichskanzler in einer großen Rede auf der Kulturtagung erneut die Gedankengänge gezeigt, auf die die nationalsozialistische Weltanschauung gegründet ist. Die unbedingte Grundlage der nationalsozialistischen Bewegung und Weltanschauung ist das Bekenntnis zur Rasse. „Der Nationalsoziaiismus ist eine Weltanschauung. Indem er die ihrer innersten Veranlagung nach zu dieser Weltanschauung gehörenden Menschen erfaßt und in eine organische Gemeinschaft bringt, wird er zur Partei derjenigen, die eigentlich ihrem Wesen nach einer bestimmten Rasse zuzusprechen sind. Er erkennt dabei die Gegebenheiten der verschiedenen rassischen Substanzen in unserem Volke. Er ist 268