Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 9 (1933-1934)
- Issue
- Heft 3 (August 1933)
- Article
- [Rezension] / Dienemann, Max
- Date
- 1933-08-01
- Page
- 231 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- spine
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Anzeigen Geschichte der Philosophie in Einzeldarstellungen. Band 3: Die Philosophie des Judentums von Julius Guttmann. Ernst Iteinhart-München 193 3. 412 S„ brosch. 7,00 in Leinen g,5o JIK* Dieses Buch gibt das wieder, was in seinem Titel versprochen wird, und ist doch viel mehr als nur Darstellung der Philosophie des Judentums. Es werden die hervorragenden und richtunggebenden Denker geschildert, die im Mittelalter und in der Neuzeit die Lehre des Judentums vom Denken, von der Philosophie her, darzustellen versucht haben. Sie werden aus der Denkrichtung ihrer Zeit erklärt und in ihre Zeit hineingestellt, wie sie in Zustimmung oder Widerspruch zu ihr standen. Jeder Einzelne der jüdischen Religionsphilosophen ersteht vor unsin der Eigenart seines Systems, das nicht nur referierend wiedergegeben, sondern zugleich auch kritisch beleuchtet wird. Dem Ganzen geht als Einleitung eine Darstellung der Grundgedanken der biblischen Religion und des talmudischen Judentums und ferner eine Skizze der jüdisch-hellenistischen Philosophie vorauf. Und wenn biblische Religion und talmudisches Judentum auch streng genommen nicht in den Bereich dessen geboren, was man jüdische Philosophie zu nennen berechtigt ist, so ist diese Skizze der religiösen Entwicklung des Judentums im \H»rt»'»n doch notwendig, weil ohne sie die spätere Entwicklung der jüdischen Philosophie nicht zu verstehen wäre. Indem so eine Geschichte der Philosophie des Judentums gegeben wird, wird mehr gegeben als nur eine Gt->chioite der Philosophie. Vielmehr ist damit zugleich Abriß einer Geschichte des Juden t u in s gegeben. Zwar nicht eine Gesamtgeschichte der Judunhrit in all ihrer Verzweiglheil und Differenziertheit aber eine Geschichte des jüdischen Denkens und seiner steten Auseinandersetzung mit dem Denken und den geistigen Strömungen der Umwelt. Das unablässige Ringen im Judentum, die Kämpfe um seinen geistigen Gehalt, um die Erarbeitung dessen, was als jüdische Lehre gegolten hat, treten in der Geschlossenheit dieser Darstellung sichtbarer hervor als in einer Gesamtdarstellung der Volksgeschichte. Gleichzeitig aber erhellt aus einer solchen Geschichte des jüdischen Denkens, daß man Judentum niemals und zu keiner Zeit ah? ein Isoliertes betrachten kann, daß es immer, in Anschluß oder Kampf, in innigstem Zusammenhang mit der Kultur steht, in die seine Träger zeitlich oder räumlich hineingestellt sind, daß es immer in der Welt und mit der Welt lebt und von ihr nicht abgetrennt werden kann; |a, daß sein Eigenes und Besonderes nur in dieser Verbindung sich entfaltet und reift. Dem Verfasser gebührt aufrichtiger Dank dafür, daß er mit dem Aufzeigen der Fülle, die in der Philosophie des Judentums in die Erscheinung tritt, ihrem Werl für die Gesamtgeschichte der Philosophie eine bessere Würdigung anbahnt, als ihr bisher zuteil wurde, und Dank für die Klarheit und Gefeiltheit der Darstellung. Max Dienemann. C- G. Jung: Seelenprobleme der Gegenwart. Zürich, Rascher & Co. ig3i. 435 S. 13.—Mk. Das vorliegende Buch vereinigt vierzehn Arbeiten von Jung, teils Vorträge, teils Aufsätze aus Zeitschriften und Sammelwerken. Sämtliche in dem Buch vereinigten Arbeiten wenden sich an einen breiteren Kreis von Lesern. Die Grundeinstcllung ist in allen die gleiche: die Jungsche analytische Psychologie. Man wird Jung für die Veröffentlichung dankbar sein, da sie eine Reihe von allgemi in interessierenden Fragen (Probleme und Ziele der Psychotherapie, Ehe, Tvpenpsychologle, Abgrenzung seiner Auffassung von Freud, Psychologie und Weltanschauung usw.) behandelt und die Eigenart seiner Auffassung deutlich herausarbeitet. Das Buch führt in S'üno größeren Werke gut ein. Erich Stern. Moses Mendelssohn Gesammelte Schriften. Jubiläumsausgabe. Bd.3,1. .jC j S. Akademie-Verlag Berlin. Gand. ia.Mk., Halbfranz z5Mk. Von der großen Jubiläumsausgabe ist ein 6. Band erschienen, enthallend Schriften zur Philosophie und Ästhetik, unter ihnen die berühmte Abhandlung: „Phädon oder über die Unsterblichkeit der Seele", die einst Moses Mendelssohns Name berühmt machte und ihn den Suchenden seiner Zeit lieb und wert machte; ferner die deutsche Übersetzung einer hebräisch geschriebenen Abhandlung über die Seele. Dem Bande gehen, wie den bereits erschienenen, ausgezeichnet geschriebene Einleitungen zu den einzelnen Abhandlungen voraus, die sie h:; '. und ihrem Ideengehalt nach erläuUr.. sind diesmal von Frit* 23t