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Der Morgen · 1933-08-01 · Heft 3 (August 1933) · p. 228

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
9 (1933-1934)
Issue
Heft 3 (August 1933)
Article
Umschichtung zum landwirtschaftlichen und gärtnerischen Beruf
Date
1933-08-01
Page
228 (sequence 4)
Language
German
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Martin Goetx Hegt oder verpachtet ist Es gilt nur, diesen Boden und solchen, der sich ia privaten jüdischen Händen befindet, für jüdische Zwecke zu produktivieren. Der Reichsbund für jüdische Siedlung in Deutschland hat bereits weites Verständnis und Entgegenkommen in privaten jüdischen Kreisen hierfür gefunden. Auch, die Gemeinden werden diesen Plänen Verständnis und Hilfe entgegenbringen. Gewiß werden hier nur geringe Möglichkeiten vorhanden sein, und ohne Neuerwerbung von Land ist eine Berufsumschichtung im Sinne der Seßhaftmachungin Deutschland für erhebliche Teile der deutschen Judenheit nicht durchführbar- Solange aber die Lage der deutschen Juden so unsicher bleibt wie heute,, müssen viele Menschen an eine Auswanderung denken. Sie tun gewiß recht daran, den landwirtschaftlichen Beruf zu erwählen, weil er die einzige Möglichkeit für eine Auswanderung bietet, denn akademische und kaufmännische Berufe sind in anderen Ländern genau so überfüllt wie hier. Nur der Bauer und der Gärtner, der selbst mit seiner Familie arbeitet, hat auch in anderen Ländern Möglichkeiten der Existenz. Bei der Frage der Auswanderung schwebt den meisten vorläufig Palästina vor, aber die Einwanderung nach Palästina ist für Unbemittelte beschränkt durch die Zahl der Zertifikate, und für Bemittelte durch den Nachweis eines Kapitals von mindestens iooo Pfund. Auch besitzen nicht alle Juden die ideologische Einstellung, die für eine Auswanderung nach Palästina notwendigist Palästina wird also vorläufig nur einen sehr geringen Teil der zur Aus> Wanderung gezwungenen deutschen Juden aufnehmen können. Man wird also danach trachten müssen, auch Answanderungsmöglichkeiten nach anderen Ländern für landwirtschaftlich und gärtnerisch Vorgebildete zu hließen. Als Kenner überseeischer Kolonisation möchte ich vor planlosen Projekten warnen, die darauf hinzielen, Teile des deutschen Judentums zur Auswanderung nach Übersee zu veranlassen. Die Kolonisation in allen diesen Ländern ist gewiß möglich und vielleicht auch aussichtsreich, aber sie ist unendlich viel schwerer als in europäischen oder Europa naheliegenden Ländern. In Betracht kommen: Frankreich, gewisse Teile Italiens, Spanien, selbst England, die nordafrikanischen Randgebiete des Mittelmeeres. Hier wird man Einwanderern, die Bauer oder Gärtner werden wollen und etwas Eigenkapital besitzen, keine Hindernisse für ihre Niederlassung in den Weg legen. Warnen muß man vor der planlosen Auswanderung; nicht nur vor der planlosen Auswanderung unbemittelter und nichtvorgebildeter Existenzen, wie sie bereits zum Schaden der deutschen Judenheit staltgefunden hat, sondern 228

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