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Der Morgen · 1933-08-01 · Heft 3 (August 1933) · p. 223

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
9 (1933-1934)
Issue
Heft 3 (August 1933)
Article
Fragen neuen Lebensraums
Date
1933-08-01
Page
223 (sequence 5)
Language
German
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IRI
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Fragen neuen Lebensraums liehen Fonds ein Unterkommen und einen neuen Wirkungskreis finden können. Wenn man die alten jüdischen Siedlungen in Argentinien und Kanada auf die Grundlage der Selbstversorgung umstellt, würden auch die Schwierigkeiten wegfallen, die der Ansiedlung neuer Kolonisten aus Gründen der allgemeinen Wirtschaftskrise heute entgegenstehen. In Brasilien dürften die Dinge insoweit anders liegen, als nach Mitteilung der Ica der. dort zur Verfügung stehende "Boden seiner Urwaldart wegen für eine schnelle Ansiedlung nicht geeignet ist. Eine besondere Stellung unter den bereits vorhandenen jüdischen Siedlungsgebieten, jetzt nur wirtschaftlich betrachtet, nimmt Palästina ein. Hier sind Voraussetzungen gegeben, die eine sofortige Zuwanderung einer größeren Anzahl von Juden gestatten. Abgesehen von denen, die in ihrem bisherigen Beruf oder in den bestehenden Siedlungen Aufnahme oder in den Städten industrielle Betätigung finden können, wird entsprechend den vorhandenen Mitteln und dem aus diesen beschaffbaren Boden eine Reihe neuer Siedlungen entstehen können. Zum Teil in den bisher üblichen Formen. Für die, die über genügende eigene Mittel verfügen, bietet sich z. B. die Möglichkeit zur Anlage von Apfelsinenpflanzungen, die bei gleichbleibenden Absatzmöglichkeiten nach einigen Jahren Gewinn gewährleisten im Zusammenhang mit einer Hofwirtschafl, die zumindest den eigenen Lebensmittelbedarf sicherstellt. Jüngere, die Zeit genug haben, einige Jahre ihrer Berufsausbildung zu widmen, werden zum Teil im Laufe der Jahre von bestehenden Siedlungen aufgenommen werden können. Für den weitaus größten Teil ist allerdings neuer Boden notwendig, bei dessen Vorbereitung sie selbst tätig sein können. Auch bei der Errichtung neuer Siedlungen in Palästina wird alles zu vermeiden sein, was Wachsen und Gedeihen allein von der allgemeinen Wirtschaftslage abhängig macht und sie der Konjunkturwirtschaft ausliefert. Also Ausrichtung der gesamten jüdischen Wirtschaft in erster Linie auf die Deckung des Landesbedarfs und im besonderen wieder Ausgestaltung der einzelnen Siedlung derart, daß bei Absatzschwierigkeiten nicht ihr Bestand gefährdet ist. Für die Menschen der zweiten Gruppe ergeben sich gewisse Möglichkeiten aus den geplanten Stadtrandsiedlungen, die einen Lebensraum für den erwähnten „gemischtwirtschaftlichen" Typ schaffen. Der weitaus größte Teil aller zur Ansiedlung gelangenden Juden wird auf die Hilfe öffentlicher Stellen und Fonds angewiesen sein. Von den jüdischen Organisationen sind vor allem die politischen Voraussetzungen für eine Gruppensiedlung zu schaffen und die Planmäßigkeit des Siedlungswerks zu überwachen. 223

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