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Der Morgen · 1933-08-01 · Heft 3 (August 1933) · p. 220

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
9 (1933-1934)
Issue
Heft 3 (August 1933)
Article
Fragen neuen Lebensraums
Date
1933-08-01
Page
220 (sequence 2)
Language
German
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Max Schindler Kch. Bei ihr handelt es sich in vielen Fällen um Familien, die regelmäßig nicht den üblichen Ausbildungsgang bis zur endgültigen Ansetzung als Siedler durchmachen können. Die Raumbeschaffung für die dritte Gruppe ist im wesentlichen von dem Umfang des jüdischen Siedlungswerks abhängig. Die zu ihr gehörenden Menschen werden im allgemeinen nur bei besonders günstigen geldlichen Voraussetzungen eine neue Berufs- und Lebensform finden können. Sie müssen also auf irgendeine Weise in den alten Berufen bleiben, abgestimmt natürlich auf die Notwendigkeiten des Siedlungswerkes, und können neuen Raum nur soweit finden, als die landwirtschaftliche Basis andere Berufe zu tragen fähig ist Wir können bei allen drei Gruppen, insbesondere bei den beiden letzten, die Fälle unberücksichtigt lassen, in denen eine Ansiedlung mit reichlichen eigenen Mitteln erfolgt Sobald, wenigstens in einer Übergangszeit, mit gelernten fremden Arbeitskräften gearbeitet werden kann, besteht die Möglichkeit zum Erlernen des neuen Berufs auf eigenem Grund und Boden oder in dec eigenen Werkstatt Das Gleiche gilt für diejenigen, die über so viel Geld verfügen, daß sie in kleinen Gruppen auf eigenwirtschaftliche Art siedeln können. Für sie bestehen Möglichkeiten in fast allen Ländern der Welt, ohne daß für ihre Ansiedlung erst besondere Voraussetzungen geschaffen werden müssen. Sie gehören zu unserem Fragenkreis erst dann, wenn ihre Zahl größer wird als die Aufnahmefähigkeit der einzelnen Länder ist. oder wenn sie aus irgendwelchen Gründen auf Ansiedlung in geschlossenen Gruppen WTert legem Die eigentlichen Aufgaben einer planmäßigen Siedlung beginnen erst mit der Ansetzung geschlossener Gruppen. Sie ist in erster Linie von politischen Voraussetzungen abhängig. Das in Frage kommende Land oder Mutterland muß mit geschlossener Gruppensiedlung einverstanden sein. Darüber hinaus ist darauf zu achten, daß nicht innerpolitische Spannungen des bestimmten Landes das Siedlungswerk gefährden. Die Aufnahmebereitschaft der einzelnen Länder wird zum Teil von der jeweiligen wirtschaftlichen Lage bestimmt werden. Stellt sich das Siedlungswerk von vornherein auf möglichste Selbstversorgung ein, die eine Erzeugung für den allgemeinen Markt und damit wirtschaftlichen Wettbewerb vermeiden hilft, so werden viele diesbezügliche Bedenken hinfällig werden. Die zur Verfügung stehenden Bodenflächen müssen so groß sein, daß auf ihnen ein die Selbstversorgung sicherstellender Siedlungszusammenhang entstehen kann. Der Boden dürfte aus finanziellen und anderen Gründen keine zu umfangreichen Vorarbeiten beanspruchen, um möglichst bald die Erzeugung der 220

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