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Der Morgen · 1933-08-01 · Heft 3 (August 1933) · p. 198

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Journal
Der Morgen
Volume
9 (1933-1934)
Issue
Heft 3 (August 1933)
Article
Die jüdische Schule
Date
1933-08-01
Page
198 (sequence 7)
Language
German
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Jaiob Hororitx ihre allgemeine Bildung oder ihr geistiges Streben im mindesten Schaden nimmt. Wird dieser junge Jude der Zukunft aber dabei in der Kenntnis und der Erkenntnis seines Judentums wurzeln, dann wird wieder das alte Ideal lebendig werden, das so viele hervorragende Persönlichkeiten des Judentums in einzigartiger Weise in sich verkörpert haben. Brauche ich die Namen der vielen Meister erst zu nennen, die wahrhaft Thora und Derech Ercz in sich vereinigt haben in dem ursprünglichen Sinne des Wortes und nicht nur in dem Sinne der weltlichen Bildung oder der bürgerlichen Tätigkeit schlechthin, der uns geläufig geworden ist, und der die eigentliche Bedeutung von Derech Erez vollkommen vergessen gemacht hat? Es sind jüdische Volks- und Mittelschulen auszubauen und neu zu errichten, die dem Kinde — seiner Altersstufe entsprechend — eben dieselben jüdischen Kenntnisse übermitteln, die die höhere jüdische Schule ihm zu geben die Aufgabe hat, es vor allem aber so ausrüsten, daß es einst in Deutschland oder aber auch im Ausland und vor allem in Palästina als Handwerker oder Landwirt sein Brot finden kann. Selbstverständlich müßte neben dem Neuhebräischen mindestens auch das Englische als Fremdsprache eine besondere Pflege erfahren. Ob die Schule selbst schon in der Lage ist, das Kind etwa für ein bestimmtes Handwerk vorzubereiten, scheint mir mehr als zweifelhaft. In jedem Falle aber hat sie die Pflicht, alles das in dem Kinde zu entfalten, was es nach dieser Richtung hin fördert. Das Zeichnen, die technische Fertigkeit, die Geschicklichkeit der Hand muß unter allen Umständen ein bestimmendes Ziel des Unterrichts sein, übrigens auch für die höhere jüdische Schule und das noch weit hinaus über das vorgeschriebene Maß. Die Mädchen aber können gar nicht früh genug für die wesentlich frauliche Lebensaufgabe, Hauswirtschaft, weibliche Handarbeiten. Gesundheitspflege, sowie die jugend- und volkserzieherische und soziale Arbeit vorbereitet werden. Haben die deutschen Juden ohnedies in den letzten Jahrzehnten dazu geneigt, die einseitige intellektuelle Ausbildung zu überschätzen, so war das ganz besonders verhängnisvoll bei der Erziehung unserer Töchter. Der Staat selbst hat das größte Interesse daran, daß solche jüdische Schulen in immer größerer Zahl entstehen. Werden die Juden Tag für Tag immer mehr aus dem festen Gefüge herausgenommen, zu dem sonst alle Stände und Klassen zusammengefaßt sind, so ist auch für ihn von Wichtigkeit, daß der Jude eine neue wirkliche Heimstätte finde, die ihn davor bewahrt, radikalen Strömungen und zerstörendem Kritizismus und Skeptizismus zu verfallen und ihn — allerdings in einer ganz anderen Art, als es den anderen Staatsbürgern ge- 19$

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