Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 9 (1933-1934)
- Issue
- Heft 3 (August 1933)
- Article
- Die jüdische Schule
- Date
- 1933-08-01
- Page
- 188 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Die jüdische Schule Voa Julius Galliner Wer die Jugend hat, hat «He Zukunft. Das bedeutet einmal, daß nur diejenigen Bestrebung«*!«, für die «Ii«« Jugciul .sich begeistern kann, Aussicht auf Erfolg halfen. I'm einen» d'edanken Kraft und Hestatid zu verleihen, müssen wie ihn der Jugend ans Her* legen. Zum andern bedeutet das Wort, dali jede (»estaltung der Zukunft eine Kr/ichungsauTgahf ist, weil erst in der JugeJul die Ziele und Aufgaben unserer Kultur lebendig werden. l>ie (o-stallung der Zukunft ist eine Kr/iehutigsaiifgahe. So haben das W ort alle jene jüdischen Männer verstanden, die an den Wendepunkten unserer (iVschichte unsere h'ührer gc- - wesen sind. Ms würde \on unserem 'llicma /.u weit wegführen, wollten wir dies für die einzelnen l'erindeii unserer Vergangenheit iiachw»'iscn. Ks mag für das Altertum genügen, auf den Kampf zwischen Judentum und (•riceheutum hinzuweisen, der zwar von de» Alten begonnen, aber im lel/ten (»runde von der Jugend getragen und von ihr zur KuIm heidung gehraeht worden ist, und so iiihrrc Zukunft verbürgt hat. Aus <l«-r Neu/eil genügt es, an unseren Kintritt in die deutsche Kultur zu erinnern, der unsere Kiuan/ipaliou \nrhcreitet hat. Audi in diesem entscheidenden Augenblick der (leschichtc wulitc mau, dali die Zukunft eine KrziehmigsauTgahc ist. Nur daraus ist die Begründung jener Schulen zu erklären, die nach den Worten Israel Jakobsons «lie Befreiung der Juden aus der allgemeinen I nbilduug und ihre Krlösung aus der Verkennung bei ihrer Umwelt zum Zieh« halten. Dali diese Schulen, die am Anfang des i <). Jahrhunderts begründet worden sind, eine (wundläge für unser«' Zukunft bedeutet haben, soll in diesem Augenblick, da wir vor etwas Neuem stehen, ganz besonders betont werden. Ks ist falsch, wenn ein neuerer (icschichiWhrciher von jenen Schulca gesagt hat, dali sie der jüdischen Jugend keine jüdische Kr/iehung vermittelt hätten. Sie waren im (legenteil «lie Stätten, an denen mau den hemmungslos gcw«n«lenen Kmanzipatious- und As>imi)atiniishcslrcl>ungcn entgegentrat, die Zu- 188