Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 9 (1933-1934)
- Issue
- Heft 3 (August 1933)
- Article
- Berufsständischer Staatsbau
- Date
- 1933-08-01
- Page
- 184 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2895450-2895515-2895519-2903088--06462-2903156- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Max Dieneinann: Berufssiändiseher Staatsbau hierhin noch dorthin, sondern für das, was Deutschland aus seinem Denken und seinem Wagnis gestaltet. Der Jude in Deutschland ist nicht zur Entscheidung aufgefordert, alles vollzieht sich ohne ihn. Aher er ist durch sein vielhundertjähriges Verwachsen-* und Verschlungensein mit Deutschland und deutscher Kultur an allem interessiert, was in Deutschland geschieht, und an allem auch mit seiner Seele beteiligt Er hat den starken, und auch durch alles Geschehen der letzten Zeiten ungeschwächten Willen, was in dieser Neuordnung geschieht, zu bejahen. Er will es bejahen, weil, ob glückhaft oder nicht, Deutschland hier seinen Beitrag zur Lösung der schwersten Frage dieser Zeiten zu leisten sich anschickt; und der deutsche Jude trägt seinen Teil an allem, was Deutschland tut, und will ihn tragen. Und deswegen ist es ihm tiefster Schmerz, in das was geschieht nicht eingeordnet zu sein. Den Wunsch, einbezogen zu sein und mitzubauen, den er aus vollem Herzen und im Bewußtsein inneren Rechts empfindet, hat er nicht nur um seiner selbst willen sondern auch aus dem Wilkm, Deutschland zu dienen. Eine Neuordnung, die einen Teil der Staatsangehörigen außer Betracht läßt, ist keine vollständige. Nicht daß irgend jemand gegen sie kämpfen würde oder wollte: aber indem sie nicht vollständig bleibt, eröffnen sich Gestaltungen, die neben ihr leben. Man spricht vom ..zersetzenden Geist" des Juden; aber er ist nie und kann nie zersetzend sein, wenn man den Juden mit seinem beharrenden Konservatismus voll und wertig in die Ordnung einbezieht. 184