Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 9 (1933-1934)
- Issue
- Heft 3 (August 1933)
- Article
- Die neue Ordnung
- Date
- 1933-08-01
- Page
- 161 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Hans Bach: Die neue Ordnung anlagung den Anspruch hat, zu führen, dann werde die deutsche Revolution lür Jahrhunderte das Gesicht der deutschen Zukunft prägen. Eine nicht ökonomische sondern politisch gebildete Führerschicht ist auch vor der nationalen Revolution und nicht nur vom Nationalsozialismus gefordert worden; wir haben uns diese Forderung1) ausdrücklich zu eigen gemacht. Das Nene an der jetzigen Zielsetzung ist aber die enge Verbindung von „Fähigkeit und Veranlagung" mit „Blut und Rasse". Die Tatsache, daß die Einschmelzung des Rasseprinzips in ein so umschriebenes Leitbild mehr willentlich gesetzt als naturgegeben ist, hat viele, auch jüdische Beurteiler des Nationalsozialismus zu dem Irrtum verleitet, der Bassebegriff sei eine äußerliche, propagandistische Zutat, auf die man bei der Inangriffnahme der „eigentlichen" Ziele verzichten werde. Aber auch die Renaissance hat sich z. B. das Bild des „antiken Menschen", der ihr vorschwebte, nach ihrem Bilde geformt, und ebenso hält sich der italienische Faschismus keineswegs an das historisch überlieferte Bild des „Römers", sondern entnimmt ihm nur die für seine Zwecke wichtigen Züge: die Wirklichkeit, d. h. Wirksamkeit symbolischer Leittypen hängt weder von ihrer historischen „Richtigkeit" noch von ihrer logischen Herleitung ab, sondern besteht aus sich selbst und ist, wie die begeisterte Übernahme dieses Bildes durch die deutsche Jugend zeigt, eine politische Kraft von elementarer Bedeutung, die die scheinbar festesten Verhältnisse umzugestalten vermag. In seiner Auswirkung auf die deutschen Juden würde ein solches Leitbild, auch wenn es in enge Beziehung zum Rasseprinzip gesetzt wird, nur eine Ausschaltung von Einzelpersönlichkeiten aus den eigentlichen Führersteilen zur Folge haben müssen, wie sie seither unter dem Namen „Gleichschaltung" schon sehr weilgehend erfolgt ist. Der Staatssekretär im Reichsminislerium des Innern, Dr. Pfundtner, hat jedoch in einer Rede vom (\. Juli staatsrechtliche Maßnahmen, die einen Unterschied innerhalb der Reichsangehörigkeit auf Grund des Rassenprinzips vorsehen, und darüber hinaus ein neues Reichsbürgerrecht angekündigt, das nur für besondere nationale Leistungen verliehen werden soll. Eine Regelung dieser Art läuft, obwohl bisher Einzelheiten nicht feststehen, darauf hinaus, daß die deutschen Juden den Charakter als Vollbürger verlieren. Wir haben solchen Maßnahmen, falls sie wirklich erfolgen sollten, nichts entgegenzusetzen als den Glauben, daß sie weder dem *) La Heft i, Jahrgang VIII des „Morgen"*. 16t