Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 9 (1933-1934)
- Issue
- Heft 2 (Juni 1933)
- Article
- Der Priester in der katholischen Kirche
- Date
- 1933-06-01
- Page
- 121 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Johannes PinsL: Der Priester in der katholischen Kirche sondern „Wochen" oder „Korse". Die „Wochen" umfassen sechs Tage und setzen gemeinsames Wohnen der Teilnehmer in einem Heim o. ä. voraus; vormittags werden drei Vorträge gehalten über ein die Woche füllendes einheitliches Thema, nachmittags sind Aussprachen, Arbeitskreise usw. Die „Kurse" dauern drei Tage und sehen vom gemeinschaftlichen Leben ab; Thema und Gliederung ist wie bei den Wochen. Kurse und Wochen finden durchweg in den akademischen Ferien statt und zwar vorzüglich nicht in den Universitätsstädten, sondern in größeren oder kleineren Orten, in denen eine gewisse Anzahl katholischer Studenten als beheimatet vermutet wird. Der äußere und innere Aufschwung dieser Religionshochschulbewegung nimmt von Jahr zu Jahr zu. In ähnlicher Webe, wenn auch in größerem Rahmen, arbeitet der „Katholische Akademikerverband" mit seinen Tagungen und vor allem den sogenannten Salzburger Hochschulwochen, die etwa drei Wochen dauern (8.—3o. August) und eine im katholischen Deutschland bisher nicht gekannte Konzentration von Wissenschaft, Kunst und Kultur auf das Religiöse zeigen. Der geistliche Leiter der Bewegung ist Prälat Dr. Münch in Köln; seine Kanzlei ebenda, Altenbergerslraße 16. Zu erwähnen bleibt noch die Künstlerseelsorge, die vom Deutschen Caritasverband in Freiburg (Breisgau) organisiert wird und über das rein Religiöse hinaus den katholischen Künstlern ideenmäßig und sozial helfen will. P. Friedrich Muckermann S. J. fand mit dreitägigen geistlichen Übungen (Exerzitien) für Künstlerinnen sehr viel Anklang. Bemerkenswert aber ist und bleibt bei allen diesen scelsorglichen Betreuungsversuchen, daß auch in ihnen immer wieder auf die Pfarrei hingewiesen wird, die das unersetzliche Mittel einer geordneten katholischen Scelsorge bleibt und bleiben muß, um durch gemeinsame Gebets- und Opferfeier und durch die Spendung der Sakramente „jeden Menschen vollkommen in Christo Jesu darzustellen" (Coloss. 1,28). Litoratur: W. Schwer: „Die alte Pfarrei in der neuen Stadt" (Bonner Zeitschr. f. Thcol. u. Scelsorge 1 [1924] 60—77). — Ä. Wintersig: „Pfarrei und Mysterium" (Jahrbuch für Liturgiewissenschaft [1925] i36— x43). — J. Pinsk: „Die Liturgie als Grundlage für die religiöse Wirklichkeit von Kirche, Diözese und Pfarrei" (Liturgische Zeitschrift, s.o. Anm. fö-j ff.). — II. A. Reinhold: „Die Liturgie und die Pfarrlosen" (Liturgische Zeitschrift 5 [ 1932/33] Heft 3, behandelt das Problem der seelsorglichen Erfassung der Seeleule. — A. Antweiler: „Vom Priestertum" (Fredebeul u. Koencn, Essen) ig32. Prospekte, Literatur und sonstige Mitteilungen über die erwähnten Zweige der Berufsscelsorge bei den im Text genannten Stellen. — Zeitschriften: Der Seelsorger (Wien); Die Seelsorge (Freiburg); Der Laie in der Kirche (Wien). t21