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Der Morgen · 1933-06-01 · Heft 2 (Juni 1933) · p. 98

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
9 (1933-1934)
Issue
Heft 2 (Juni 1933)
Article
Der Rabbiner
Date
1933-06-01
Page
98 (sequence 14)
Language
German
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jüdischer Fragen erbeten und gefunden. Besonderes Zeichen der Anerkennung seines Wirkens war es, daß er in GrafKayserling's „Schule der Weisheit" mehrfach bei den auf den Tagungen behandelten Themen die jüdische Antwort aufdiegestellteFrage zu geben berufen war. Seine wissenschaftliche Arbeit ist aufs tiefste mit seiner Tätigkeit als Dozent an der „Hochschule für die Wissenschaft des Judentums" verbunden, hier wirkt er als Rabbiner, alter Tradition getreu, zugleich am „Lehrhaus". Er verwirklicht als Vorsitzender der „Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden" den Gedanken, daß jüdisches Wohlfahrtswesen und rabbinische Führung mit einander verknüpft sind. Die Bünde der Bne Berith haben ihn sich zum Leiter erkoren und seiner Führung sich unterstellt. Die Weite seines Geistesund seine Einsicht in die Notwendigkeiten der Einheitlichkeit in der Führung und Gestaltung der gemeindlichen Verhältnisse hat das deutsche Judentum sich nutzbar gemacht, indem es ihn an hervorragende Stelle in der Reichsvertretung der deutschen Juden berief. Der Allgemeine Rabbinerverband in Deutschland nennt ihn mit Stolz seinen Vorsitzenden; Führer der Führer zu sein, das ist der sichtbarste Ausdruck der Tatsache, daß hier jüdische Führerpersönlichkeit der Gegenwart verehrt wird. So stellt Leo Baeck - und das soeben Dargelegte umschreibt nur einen Teil seines Wirkens, entsprechend dem Satze des Talmuds: aumrim rnikzas sclrwochau schel odombefonow „nur einem Teil des Preiswürdigen an einem Menschen darf man vor ihm selbst Ausdruck verleihen", vom Persönlichen war mit Absicht nicht die Rede - in der Fülle seines Wirkens den deutschen Rabbiner von heute dar,, wie er selbst sich seine Aufgabe stellt und wie das deutsche Judentum ihn will. Er ist unter denen, die nicht nur Rabbiner ihrer Gemeinde, sondern Rabbiner der deutschen Juden sind, der Berufene- 93

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