Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 9 (1933-1934)
- Issue
- Heft 1 (April 1933)
- Article
- Über die Abstammung der Juden
- Date
- 1933-04-01
- Page
- 15 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Ober die Abstamrouag der Juden Trotz der außerordentlichen Beweglichkeit der Juden konnte es zu einem anthropologischen Ausgleich zwischen den Aschkenasim und Sephardim nicht kommen. Anfänglich verhinderte diesen Ausgleich die Eroberung Spaniens durch die Mauren. Die arabisierien spanischen Juden wurden von den in christlichen Ländern wohnenden Juden abgesondert und auch entfremdet. Bald nachdem die spanischen Juden wieder in ein christliches Milieu gelangten, wurden die französischen Juden aus ihrem Lande vertrieben. Es ist in Frankreich ein© Scheidewand entstanden, die den anthropologischen und auch kulturellen Ausgleich zwischen den aschkenasischen und sephardischen Juden verhinderte. Verläßt man einmal den Boden der traditionellen Überlieferung und zieht den jüdischen Proselytismus in Betracht, so verlieren die Tatsachen der jüdischen Anthropologie ihren rätselhaften Charakter. Es wird verständlich, warum <$ie Jemeniten den südlichen Arabern, warum die abessinischen Falaschas den Chamiten ähnlich sind, und warum die Juden von Köchin in Ost- Indien schwarz sind. Oftmals wird die Frage aufgeworfen über das Los der chasarischen Juden. Die von einigen Forschern ausgesprochene Meinung, daß die Chazaren den Grundstock des Ostjudentums bildeten, ist völlig ohne Beweise geblieben. Die chazarischen Juden waren nicht besonders zahlreich, denn nur die Oberschicht des Volkes hat sich zum Judentum bekehrt. Der größte Teil der judaisierten Chasaren wurde von den Russen und später endgültig von den Mongolen vernichtet. Ihre Überreste sind in Dagestan und der Krim verblieben. Daraus erklärt sich der starke mongolische Einschlag, den die Bergjuden vom Kaukasus und die einheimische talarisch sprechende jüdische und auch karäitische Bevölkerung der Krim aufzuweisen hat. ///. Über die anthropologische und psychologische Einheitlichheit des Judentums. Es ist ein großes Verdienst von Fishberg, daß er in seiner Schrift: „Die Rassenmerkmale der Juden" mit der Legende, daß das moderne Judentum ohne jegliche BlutYcrmischung von dem alten Israel abslamme, gründlich aufgeräumt hat Leider hat Fishberg auch nicht wenig "Verwirrung in die Anthropologie der Juden gebracht. Er möchte beweisen, daß überall und zu allen Zeiten Juden in sich das Blut der sie umgebenden Bevölkerung aufgenommen haben und dadurch ihr ähnlich geworden sind. Er hält es für möglich, denn nach seiner Meinung konnte das Erbgut der Juden nicht nur infolge des Proselytismus und der mit ihm in Verbindung stehenden Mischehen, sondern auch infolge 15