Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 9 (1933-1934)
- Issue
- Heft 1 (April 1933)
- Article
- Über die Abstammung der Juden
- Date
- 1933-04-01
- Page
- 4 (sequence 2)
- Language
- German
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B. ErutAu» Juden, die noch heute oder vor kurzem in nordeuropäischen Ländern lebten und die heute über 900/0 der gesamten Judenschaft ausmachen, rundköpfig (brachycephal) mit einem Kopfindex 81 bis 83 sind, während die nomadisierenden Araber (Beduinen) und auch die seßhafte arabische Bevölkerung Süd-Mesopotamiens und Palästinas, die man in der Anthropologie der orientalischen Rasse zurechnet, und die gemäß der Tradition als nächste Verwandte der Juden gelten sollten, langköpfig (dolychocephal) sind. Und zweitens zahlt man unter den Aschkenasim bedeutend mehr blonde Typen, als gewöhnlich angenommen wird. Schon Virchow war erstaunt, als die Untersuchung dor Schulkinder in Deutschland erwies, daß über ein Drittel der jüdischen Kindc-r blond und die knappe Hälfte helläugig ist Nun sind die Erwachsenen immer dunkler als die Kinder; doch finden alle Forscher unter den erwachsenen Aschkenasim i5—2 5o/0 ausgesprochen blonde Typen. Dr. Fishberg hat auf Grund seiner Untersuchungen der nach New York kommenden jü- <lischen Immigranten berechnet, daß von diesen io<>/o rein blond, über ein Drittel gemischt und über die Hälfte von ausgesprochen dunklem Typus sei. Wir steilen uns die Juden gewöhnlich viel dunkler vor als sie es in Wirklichkeit sind, und zwar weil die Germanen und die Slaven, unter denen die meisten Juden wohnen, viel weniger dunkle Typen aufzuweisen haben. Der „typische" Judo muß also dunkel sein. Ebenso gibt ein Karikaturist dein Juden eine konvexe „jüdische" Nase — obgleich lediglich i5"/o der Juden eine solche „jüdische" Nase besitzen — nur deshalb, weil die Germanen und die Slaven eine solche Nase mir sehr selten haben. Eine solche Nase soll also ein sicheres Zeichen eines Juden sein. Auch das Vorhandensein eine.-» so bedeutenden Prozentsatzes blonder Typen unter den Juden steht im Gegensatz zu der Tradition, denn der Prozentsatz der Blonden unter den Vertretern der orientalischen Rasse ist sehr gering. Die meisten Anthropologen, ob Juden oder Nichtjuden, stehen auf dem Roden der Tradition, und sie suchen die erwähnten Tatsachen mit ihr in Übereinstimmung zu bringen. Nach der vorherrschenden Auffassung glaubt man, daß es dem berühmten deutschen Forscher von Luschan gelungen ist, in seinem im Jahre 1892 auf der allgemeinen Versammlung der Deutschen Anthropologischen Gesellschaft gehaltenen Vortrag diese Aufgabe zu lösen. Luschan hat festgestellt, daß der vorherrschende anthropologische Typus in Vorderasien der armenoidc sei (jetzt wird diese Rasse gewöhnlich als die vorderasiatische bezeichnet), — ein Menschenschlag — von etwas schwerfälligem Körperbau, 4