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Der Morgen · 1932-08-01 · Heft 3 (August 1932) · p. 225

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Journal
Der Morgen
Volume
8 (1932-1933)
Issue
Heft 3 (August 1932)
Article
Jüdische Familien [Rezension]
Date
1932-08-01
Page
225 (sequence 1)
Language
German
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Jüdische Familien Von Bertha Badt-Strauss Es ist noch nicht allzu lange her, da vermittelten Moritz Oppenheims sentimental-altvaterische „Bilder aus dem Jüdischen Familienleben" dem scheinbar noch festgegründeten jüdischen Bürgerhause die Bestätigung seiner frommen Vergangenheit und harmonisch ausblikkenden Gegenwart; der Freiwillige kehrte heim vom Schlachtfeld in die umfriedete Enge des Vaterhauses, wo die Sabbatlichter leuchteten. Eine neue Sintflut trennt uns von jener Zeit und jener Kunst,' von ihrer Form und ihren Inhalten. Heute hat die kulturelle und wirtschaftliche Krise der Zeit vor andern Gebieten auch das Reich der Familie ergriffen; und nicht nur der jüdischen Familie. Die Umwandlung und neue Fragwürdigkeit des Bürgertums stellt schwer zu beantwortende Fragen auch an seine Lebensform. Die Krise der modernen Familie, die uns allenthalben vor Augen tritt, ist nur im Zusammenhang mit der Krise der bürgerlichen Kultur zu verstehen. Von allen Seiten versucht man darum heute, Ursprung und Umfang dieser Krise zu erkennen. So hat kürzlich die Deutsche Akademie für Frauenarbeit Forschungen über „Bestand und Erschütterung der Familie in der Gegenwart" eingeleitet, deren erste Bände bereits erschienen.1) In Familien-Monografien, von Fürsorgerinnen, Sozialarbeiterinnen, Lehrerinnen zusammengestellt, wird versucht, ein Bild von dem augenblicklichen Zustand der Familie und ihren Entwicklungs- oder Umwandlungsmöglichkeiten zu geben. Ist die Familie in unsrer Zeit nur noch überholter Rest einer abgelebten Vergangenheit? Ist sie zweckmäßiger zu ersetzen durch Kollektivhaushalt und Gemeinschaftserziehung? Oder ist sie zu unser aller Nutz zu stützen und aufrecht zu erhalten? Es sei gleich gesagt, daß diese uns alle bedrängenden Fragen für den Sonderfall der jüdischen Familie durch die vorliegenden Bände der Akademie-Forschungen durchaus nicht geklärt zu sein scheinen. Darum sei hier ein anderer Weg eingeschlagen, der vielleicht zur Erkenntnis des Tatsachenbestandes der heutigen jüdischen Familie zu führen verspricht — und uns mit manchem Lösungsver- Hgg. v. A. Salomon u. *) Hier ist bes. zu vergl.: Das Familienleben in der Gegenwart. M. Baum. 1930. F. A. Herbig Verl. Berlin. 15 225

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