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Der Morgen · 1932-04-01 · Heft 1 (April 1932) · p. 31

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Journal
Der Morgen
Volume
8 (1932-1933)
Issue
Heft 1 (April 1932)
Article
Die Berufswahl der Jugend
Date
1932-04-01
Page
31 (sequence 1)
Language
German
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Die Berufswahl der Jugend1) Von Dr. Alfred Marcus I. Allmählich begreifen wir die Gefahren, die aus der beruflichen Gliederung des deutschen Judentums für dessen Fortexistenz entstehen können. Wir sehen bei uns eine starke Zusammendrängung in Handelsberufen und in akademischen Berufen, Wir sehen aber auch, wie den Handelsberufen infolge von bestimmten volks- und weltwirtschaftlichen, strukturändernden Entwicklungen mehr und mehr Boden verloren geht. Es wird zu zeigen sein, daß diese Erscheinung mittelbar auch für die relativ starke Schicht jüdischer Akademiker bedeutsam ist. Der Verfall der Grundlagen des freien Handelsberufes ist eine Tatsache, unter der nicht nur der jüdische Kaufmann leidet. Aber unsere nichtjüdische Unweit wird als Ganzes hiervon weniger betroffen. Denn in ihrer Berufsgliederung liegt die im liberal-wirtschaftlichen Sinne freie Handelstätigkeit nicht zentral. Bei uns jedoch bildet sie das kompakte Massiv des beruflichen Aufbaus, welches dessen andere Teile trägt. In eigentlichen Handelsberufen waren nach der letzten Berufszählung in Deutschland etwa 17 o/o aller Erwerbstätigen beschäftigt. Von der Gesamtzahl der jüdischen Erwerbstätigen in Deutschland sind aber in Handelsberufen weit mehr als die Hälfte tätig; hiervon in selbständiger Stellung ein erheblich höherer Prozentsatz als im allgemeinen deutschen Durchschnitt. Das sind alles bekannte Dinge. Wir müssen sie uns aber ins Gedächtnis zurückrufen, bevor wir uns mit dem ganz brennenden Problem beschäftigen, das die Berufswahl heute für den jüdischen jungen Menschen darstellt. *■) Dieser Aufsatz eröffnet eine Folge von Beiträgen zu den brennenden Berufs- und Wirtschaftsfragen unserer Zeit. D.S. 31

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