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Der Morgen · 1932-04-01 · Heft 1 (April 1932) · p. 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
8 (1932-1933)
Issue
Heft 1 (April 1932)
Article
Was kommt danach?
Date
1932-04-01
Page
4 (sequence 1)
Language
German
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„Was kommt danach?" Von Hans Bach I. Das Zeitalter des Liberalismus, das geistig (wenn auch nicht politisch) im wesentlichen das Reich der wilhelminischen und der Nachkriegszeit bestimmt hat, scheint in Deutschland vorläufig beendet; wahrscheinlich werden liberale Gedanken auch in Zukunft nur in abgewandelter Form noch Einfluß gewinnen können. Über diese Tatsache ist kaum mehr eine Diskussion möglich. Wohl aber sind Formen wie das kapitalistische und das demokratische System, die allzuleicht mit der liberalen Denkweise identifiziert werden, von dem gleichen Schicksal bisher noch nicht betroffen und möglicherweise einer Entwicklung fähig, die sie von liberalen Bahnen weit wegführt. Schon der Liberalismus der Vorkriegszeit hatte die alte kämpferische Haltung verloren und sich unter Berufung auf den „Fortschritt" in Wirtschaft und Technik im Grunde mit einer Machtteilung abgefunden, die ihm eine der vier großen Aufgaben des ig. Jahrhunderts, den Aufbau der Einzelwirtschaft und ihre Einordnung in die Weltwirtschaft, zu glänzender Erfüllung überließ, während die drei andern: Herausbildung eines nationalen Einheitsstaats, Beteiligung des Volkes an der Staatsleitung und Lösung der sozialen Frage, entweder ungelöst oder in halben Lösungen stecken blieben. Die Tatsache des Krieges allein bewies, wie gering die Kraft der liberalen Humanitätsidee gewesen, wie sehr sie zu einer rhetorischen Wendung, zu einem Sonntagsgefühl geworden war. Die Nachkriegszeit brachte d«m Liberalismus zur geistigen auch die tatsächliche politische Macht: sein Einfluß war groß genug, um auch die Sozialdemokratie von ihren früheren Tendenzen ab- und in sein Lager zu ziehen. Aber nun rächte sich die Trennung der Vorkriegszeit in Politik ohne Wirtschaft und in Wirtschaft (fast) ohne Politik: im Nachkriegsdeutschland ist Politik allmählich zu einer Sonderabteilung von Wirtschaftsinteressen herabgesunken. Mit der Entsendung von Industriesyndizis in den Reichstag hat man die Tat- 4

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