Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 7 (1931-1932)
- Issue
- Heft 6 (Februar 1932)
- Article
- Zwischen Wittenberg und Rom [Rezension]
- Date
- 1932-02-01
- Page
- 527 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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.,Zwischen Wittenberg und Rom" Wenn das alles hier gesagt worden ist, so kann es bedünken, als sei weniger von dem Hellpachschen Buche als zu ihm hin gesprochen worden. Aber bei all dem Ernsten und Edlen, das dieses Buch innerhalb der Grenzen, die es sich setzt, als Reichtum in sich birgt, ist das Bedeutsamste an ihm eben doch das, was hinter ihm immer wieder vernehmbar wird, die Krisis des deutschen Protestantismus. In ihr und in der einer jeden Religion — denn welcher bleibt sie heute fern? — ist das Entscheidende, demgegenüber so manche andere Frage, sei sie „monotheologisch" oder „pantheologisch", beinahe gleichgültig werden kann, doch die Frage davon, ob die Religion geneigt und bereit ist, zu einem „guten Gewissen" mitzuhelfen, indem sie um des Tages willen mit jeder Macht paktiert, auch wenn sie widergöttlich ist, oder ob sie fähig und entschlossen ist, jeder Macht Widerstand anzusagen und Widerstand zu leisten, wenn es um das Ewige geht. Das ist die oberste Wahrheitsfrage und auch die oberste Freiheitsfrage in der Religion, und es ist darum eine Frage nicht nur „zwischen Wittenberg und Rom". Es ist so Frage und Sorge in jeder Religion, in jeder nicht nur um ihres Eigenen, um ihrer Echtheit willen, sondern darum auch, weil das, was die eine erschüttert, auch in das Dasein der anderen greifen will. 527