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Der Morgen · 1931-12-01 · Heft 5 (Dezember 1931) · p. 389

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
7 (1931-1932)
Issue
Heft 5 (Dezember 1931)
Article
Aus den Legenden zur Schriftvorlesung am Chanukkahfest
Date
1931-12-01
Page
389 (sequence 3)
Language
German
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Aus den Legenden zur Schriftvorlesung am Chanukkahfesl die Majestät Gottes wieder vom siebenten in den sechsten Himmel heruntergeholt. Isaak bot sich widerspruchslos zum Opfer, und sie wandte sich wieder näher den Menschen zurück in den fünften Himmel. Als Jakob in seinem Lebensweg seine Sünde büßte, stieg sie weiter hinab in den vierten Himmel. Levi, Jakobs Sohn, fügte sich der Straf rede seines Vaters, und näher kam die Majestät Gottes der Erde, hinab in den dritten Himmel. Kehat, Levis Sohn, wirkte, daß sie in den zweiten Himmel zurückkehrte. Als Amram Israel in Ägypten mit fester Hand leitete, stärkte und aufrichtete, und als er, unbekümmert um die Not der Zeit und trotz des sicheren Verderbens, dem jeder Neugeborene ausgesetzt war. den Mut hatte, Mose zu zeugen, öffnete der erste Himmel sich wieder Gottes Majestät. Am Tage aber, da Mose das Heiligtum errichtete, wie heißt es da? „Gottes Herrlichkeit erfüllte das Heiligtum" (2.B. M./io, 35); nun war sie wieder heimisch auf Erden, mitten unter den Menschen. Das ist's, was geschrieben steht: „Fromme wohnen auf der Erde" (Spr. 2, 21), lies nicht: jischkenu „sie wohnen", sondern lies: jaschkinu „sie lassen wohnen", sie machen, daß Gottes Majestät auf Erden wohnt. II. In einer gänzlich anderen Richtung bewegt sich die Legende zur Prophetenvorlesung. Sie knüpft an den Eingangssatz an: „Still alles Fleisch vor Gott, wenn er sich erhebt von seiner heiligen Wohnung" (Secharjah Kap. 2, V. 17) und lautet also*): Rabbi Pinchas sagte im Namen von Rabbi Reüben: fünf Mal richtet David im ersten Buch der Psalmen an Gott die Aufforderung, sich machtvoll zu erheben. „Erhebe Dich, Ewiger, hilf mir mein Gott" (Ps. 3, V. 8); „erhebe Dich, Ewiger, in Deinem Zorn" (Ps. 7, V. 7); „erhebe Dich, Ewiger, daß nicht der Mensch sich erdreiste" (Ps. 9, V. 20); „erhebe Dich, Ewiger, Gott, strecke Deine Hand aus, vergiß die Demütigen nicht" (Ps. 10, V. 12); „erhebe Dich, Ewiger, komme ihm zuvor, dem Bösewicht" (Ps. 17, V. i3). Sprach der Heilige, gelobt sei er, zu ihm: David, mein Sohn, und wenn Du tausendmal mich aufforderst, daß ich mich erheben soll, ich erhebe mich nicht. Wann erst erhebe ich mich? Wenn ich sehe, wie Arme beraubt werden und Dürftige wehklagen. Das ist's, was geschrieben steht: „wegen der Gewalttat an den Armen, wegen des Wehgeschreis der Dürftigen, jetzt erhebe ich mich spricht der Ewige" (Ps. 12, V. 6). x) Jalkut zur Stelle. 389

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