Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 7 (1931-1932)
- Issue
- Heft 4 (Oktober 1931)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1931-10-01
- Page
- 384 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Anzeigen hat das besondere Verdienst, nicht nur wichtige Erweiterung dieses Wissens zu vermitteln, sondern darüber hinaus die Aufmerksamkeit auf Grabstätten zu lenken, die wegen ihrer besonders reichen Architektur und wegen der sie zierenden Wandmalereien lebendigstes Interesse beanspruchen dürfen. Die Inschriften dieser Katakombe sind nicht zahlreich, auch nicht so reichhaltig hinsichtlich ihres Inhaltes und ihrer Gestaltung durch ornamentales oder symbolisches Beiwerk, sind vor allem nicht in so gutem Zustande wie die der Grabstätte am Monteverde; aber die in den Fels gehauenen Grabkammem gewahren mit den an Decken und Wänden angebrachten Malereien einzigartige Aufklärung über Bildschmuck in der jüdischen Grabkunst. Neben dem ausgezeichnet klaren und sachverständigen Bericht von Beyer über den archäologischen Befund fesselt uns besonders die Untersuchung, die Hans L i e t z - mann unter weitgehender Heranziehung des Vergleichsmaterials und der Literatur übsr <lie symbolischen Darstellungen anstellt. Dem Bemühen Greßmanns, diesen Malereien eschatologische Deutungen zu geben, tritt Lietzmann mit Recht und mit guten Gründen entgegen. In der häufigen Verwendung der Menorah sollte in der Tat nichts anderes gesehen werden als ein Hinweis auf die religiösen Traditionen, durch die der dort ruhende Tote als Jude gekennzeichnet wurde. Keine andere Deutung kommt auch den anderen Gegenständen zu, die in diesem bildlichen Grabschmuck wiedergegeben sind: Ethrog, Lulab, Gesetzesrolle u. a. Nicht durchaus überzeugend erscheinen uns die Deutungen des Sterns als Symbol für die messianischen Hoffnungen des Juden, der landschaftlichen Darstellung und des Pfaues als Hinweise auf das himmlische Paradies, wenn auch nicht geleugnet werden kann, daß vieles für diese Erklärungen spricht. Jedenfalls darf gesagt werden, daß die außerordentlich eindringenden Betrachtungen sehr wesentlich zur Klärung der Symboldeutung beitragen. — Von hohem Werte sind die zahlreichen hervorragenden Reproduktionen, die ein eingehendes Studium dieser nach den verschiedenen Anzeichen wohl im 2. und zu Anfang des 3. Jahrhunderts angelegten Katakombe (der Teil der Anlage, in dem die Malereien angebracht sind, ist spätestens im 3. Jahrhundert entstanden) ermöglichen. Gustav Cohn. Inhalt des letzten Heftes: Hermann Funke: Die große Krise. Das Geschlecht ohne Gott. — Ch. N. Bialik: Lebensabschluß (Achare maussi). Aus dem Hebräischen übertragen von Leopold Merzbach.— Claude G. Montefiore: Ein kurzes Wort über Judentum und Weltreligion. Ins Deutsche übertragen von Margarete Goldstein. — Leo Baeck: Die Weltreligionen. Nachwort. — I. Mattuck: Was eint Juden und Christen? Eine Vorbemerkung und eine Ansprache. Ins Deutsche übertragen von Margarete Goldstein. — Jozef Israels: Zwei Spaziergänge. Mitgeteilt von Max Eisler. — Otto Piper: Die geistigen Strömungen im Protestantismus Deutschlands. — Ernst Hölzer: Die kommende Generation. Eine Warnung. — Walter v. Hauff: Der Prozeß Jesu im Lichte der neuesten Forschung. — Joseph Roth: Der Franzose auf der Wodanseiche. — Hermann Vogelstein: Glaube und Geschichte im Judentum. — Julius Bab: „Der Fall Harlan". — Max Dienemann: Der Mensch als Bild und Bildner seiner Zeit. — Neue Bücher. WALDSANATORIUM a m m f%. Erstklassige Heilanstalt in bevor- I J g\ \g f J zugter Lage Beste Referenzen L^^^m ▼ ^^^r sowie Prospekte auf Verlangen. Begründet von Julius Goldstein. Sdiriftleitung: Max Dienemann, Ottenbach a. M. und Margarete Goldstein, Darmstadt, Beckstraße 87, Telefon 2541 / Verlag: Philoverlag Berlin W 15, Emser Straße 24. Drude: Roetherdrudc G.m.b.H., Darmstadt, Bleicbstr. 24.