Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 6 (1930-1931)
- Issue
- Heft 6 (Februar 1931)
- Article
- Geist und Blut
- Date
- 1931-02-01
- Page
- 526 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Leo Baeck: Geist und Blut Weil dem Menschen der Geist verliehen ist, wird sein Leben in all seinem Einstigen und all seinem Täglichen der Einheit fähig, der immer wieder zu schaffenden, der immer wieder erneuenden, und vermöge ihrer gewinnen in ihm Blut und Entwicklung ein wahres Sein, eine Bedeutung, einen Wert und damit eine Freiheit und eine Zukunft Der Mensch ist nun nicht dem Einstigen mehr Untertan, nun nicht dem Heutigen mehr verfallen- Geist ist, im Leben des Einzelnen wie des Volkes, die schöpferische Kraft; das Vergangene wie das Erreichte, das Blut wie die Leistung wird durch ihn immer von neuem verpersönlicht. Der Geist stirbt darum nicht Er weist den Weg, welcher dem Kommenden gebahnt ist Um es nochmals mit einem Satze der Bibel, aus dem Buche des Propheten Jesaja, zu besagen: „Und ich — dies ist mein Bund mit ihnen, spricht der Ewige, mein Geist, der bei dir ist, und meine Worte, die ich in deinen Mund legte, sollen nicht weichen aus deinem Munde, noch aus dem Munde deiner Nachkommen, noch aus dem Munde der Nachkommen Deiner Nachkommen, spricht der Ewige, von jetzt bis zur Ewigkeit" Das ist der Satz von der Einheit und der Zukunft, diese Verheißung des Geistes von Gott, des Gebotes von Gott, diese Verkündigung vom creator Spiritus. 526