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Der Morgen · 1930-08-01 · Heft 3 (August 1930) · p. 296

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
6 (1930-1931)
Issue
Heft 3 (August 1930)
Article
Zum Verständnis der "Bekenntnisse" des hl. Augustin
Date
1930-08-01
Page
296 (sequence 1)
Language
German
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Zum Verständnis der „Bekenntnisse" des hl. Augustin Zu seiner Jahrhundertfeier Von August Jos. Arand „Augustinus zählt zu den großen Führern der Menschheit" (Harnack). Gelehrsamkeit und Heiligkeit sind bei diesem Kirchenvater gleich groß. Er war geboren in Tagaste (Algerien) 354. Sein Vater war Heide, seine Mutter Christin. Schon als Knabe überragte er seine Altersgenossen an Wissen. Er wurde von Rom aus zuerst als Lehrer der Redekunst nach Mailand gesandt. Durch die Reden des Bischofs Ambrosius (gest. 397) brach in Augustinus das Verständnis für die Heilige Schrift auf, die ihm bis dahin einfältig erschienen war. Im Alter von 33 Jahren erhielt er von Ambrosius die Taufe, gleichzeitig mit seinem unehelichen Sohne Adeodatus. Nach Afrika zurückgekehrt, wurde er Priester und sammelte Männer um sich, die mit ihm eine Art Klosterleben führen wollten. Nach kurzer Zeit erhielt er die Bischofsweihe. Er machte es sich zur Lebensaufgabe, die verschiedenen Irrlehren (Sekten) zu bekämpfen. Das verlieh ihm den Titel: „Hammer der Häresien". Durch viele und bedeutende Schriften stellte er die Lehre der katholischen Kirche in helles Licht. Augustin war vor allem jenen Führer, die später die theologische Wissenschaft planmäßig lehrten, — den Scholastikern. Während der Belagerung seiner Bischofsstadt Hippo durch die Vandalen erlag er nach längerer Krankheit dem Fieber. Als sein Ende herannahte, ließ er die sieben Bußpsalmen Davids vor sich anbringen und betete sie unaufhörlich. Niemand, so sagte er, dürfe ohne Buße aus dem Leben scheiden, auch wenn er sich keiner schweren Sünde schuldig fühle. Augustinus wurde trotz vieler Krankheiten und unermüdlicher Arbeit 76 Jahre alt, von denen 36 in seine bischöfliche Tätigkeit fallen. Seinen Leib rettete man vor den Vandalen zuerst nach Sardinien und dann vor den Sarazenen nach Pavia. IL Unter den Werken Augustins ist „eins, das jedem zugänglich ist und die Eigenart des Verfassers wunderbar widerspiegelt, die Konfessionen, ein Werk, so ,zeitlos' wie wenige des Altertums" (Harnack). Der Titel „Bekenntnisse" ist von jeher in Gebrauch. Er entspricht weniger einer „Beichte", sondern kommt 296

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