Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 6 (1930-1931)
- Issue
- Heft 3 (August 1930)
- Article
- Einführungen in das erste Buch Mose
- Date
- 1930-08-01
- Page
- 278 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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B. Jacob: Mischehen schaft begonnen, so wird schon der Erlöser aus der letzten geboren. Denn mit der Hinabführung Josephs fängt die Dienstbarkeit in Ägypten an, und Perez ist der Stammvater des Messias. Juda und Joseph bilden das Haus Israel, dieser ist der Held der folgenden Erzählung, aber das Endheil wird von Juda kommen. Und schon geht das Reis auf, das einst am Ende der Tage zu dem Weltenbaum werden soll, der die ganze Menschheit in seinem Schatten und Frieden bergen wird. Nach unsern Darlegungen über das Königtum in Edom kann auch die Beziehung der beiden Kapitel 36 und 38 nicht mehr entgehen: fürchte dich nicht, o Jakob, vor der Großmacht Edom mit seinen Königen und Fürsten, aus dir wird ein Größerer geboren werden! — Zugleich nehmen wir Abschied von Kanaan. Von jetzt ab gibt es nur Reisen und Botschaften nach und von Ägypten. Die Abschiedsgabe Kanaans ißt — eine Tamar. Die drei Kapitel 34, 36, 38 sind miteinander verwandt. Jedesmal handelt es sich um eine Mischehe und Einheirat. Eine Tochter Jakobs soll einen Kanaaniter heiraten — sie geht verloren; der Bruder Jakobs heiratet Kanaaniterinnen —, er wird ein Fremder, Esau ist Edom; eine edle Fremde heiratet in Israel ein — sie wird die Ahnfrau seines glorreichsten Geschlechtes. Von seinen ältesten Zeiten hat das Judentum freudig Fremde aufgenommen, die kamen, sich „unter die Fittiche des Gottes Iraels zu bergen" und ihnen, wenn sie es verdienten, sogar eine Krone dargereicht. Es ist die Erkenntnis, daß bei allem nationalen Selbstgefühl kein Volk, das zur Höhe strebt, sich selber genug ist und jeden willkommen heißen muß, der sich ihm mit dem gleichen Streben zugesellt, die Erkenntnis, daß die wahren Eroberungen, deren ein Volk sich freuen und rühmen darf, die moralischen sind. 27S