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Der Morgen · 1929-12-01 · Heft 5 (Dezember 1929) · p. 512

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Journal
Der Morgen
Volume
5 (1929-1930)
Issue
Heft 5 (Dezember 1929)
Article
Juden und Araber in Palästina
Date
1929-12-01
Page
512 (sequence 37)
Language
German
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II. Die Beziehungen zwischen Juden und Arabern meyers „Die Stellung der Araber zur neueren Entwicklung Palästinas und Transjordaniens" (Zeitschrift des Deutschen Palästinavereins, Leipzig 1927, Bd. 5o, S. 274. — Auch „Kritische Reise...", S. 77ff.)- Aber es wäre ein Fehler, die Organisationen der arabischen Bevölkerung in ihren technischen Qualitäten den zionistischen gleichsetzen zu wollen. Ganz abgesehen davon, daß der Einfluß dieser arabischen Organisationen auf die islamische Welt außerhalb Palästinas bis zu den jüngsten Unruhen gering war, reicht die kleine Zahl ihrer Beamten und ihrer Mitarbeiter an die der zionistischen Organisation nicht entfernt heran. Ihre Beziehungen zur großen Presse sind kaum nennenswert Das Interesse der arabischen Bevölkerung Palästinas, dermohammedanischen wie der christlichen, an den politischen Kernfragen ist zwar im Wachsen und kann sich, wie wir es soeben erlebten, zum gefährlichsten Fanatismus steigern, aber die Kenntnis des einzelnen und seine Opferwilligkeit für die Bewegung sind in der zionistischen Bewegung viel stärker fundiert. Diesem Aktivum auf zionistischer Seite steht allerdings die Uneinheitlichkeit gegenüber — Revisionisten, Brith Schalom, Misrachi, Poale Zion, etc. —, während die arabische Bewegung, die zwar auch bis vor kurzem Spaltungen aufwies, doch in den drei Grundforderungen, wie Kampffmeyer hervorhebt (S. 278 seines genannten Aufsatzes), übereinstimmt, nämlich 1. Aufhebung der BalfOurerklärung, 2. Verhinderung der zionistischen Einwanderung, 3. Bildung einer nationalen Regierung. Bei den Zionisten wird selbst die allen Richtungen gemeinsame Forderung, die Schaffung einer nationalen Heimstätte, sehr verschieden interpretiert Die letzten Vorgänge haben übrigens sämtliche arabischen Parteien, ob mohammedanische, ob christliche, in höchster Einmütigkeit zusammengeschlossen, und auch den einzelnen ganz anders als bisher aktiviert Von Mac Mahon bis Balfour. Wer die Gefühle der Araber gegenüber der europäischen, insbesondere der englischen Politik gerecht würdigen will, darf nicht vergessen, welche schweren Enttäuschungen ihnen in der Frage nationaler Regierung bereitet worden sind. Darüber ist schon vieles geschrieben worden, so daß es sich hier nur um einen kurzen Überblick handeln kann.1) x) Neueste, übersichtliche, gut durchgeführte Darstellung von Erich Topf, „Die •Staatenbildungen in den arabischen Teilen der Türkei seit.dem Weltkriege nach Entstehung, Bedeutung und Lebensfähigkeit", Hamburg 1929, S. 12 ff., S. 55 ff. Viele Anmerkungen weisen einschlägige Literatur nach. — Mehr, als der Titel verspricht, enthält die ebenfalls vor kurzem erschienene lesenswerte Arbeit Georg Schwarzenbergers „Das Völkerbunds-Mandat 5\\

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