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Der Morgen · 1929-12-01 · Heft 5 (Dezember 1929) · p. 510

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Journal
Der Morgen
Volume
5 (1929-1930)
Issue
Heft 5 (Dezember 1929)
Article
Juden und Araber in Palästina
Date
1929-12-01
Page
510 (sequence 35)
Language
German
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II. Die Beziehungen zwischen Juden und Arabern B. Die Araber „Unsere Gesetzgeber von Gottes Gnaden haben Arabern und Juden Blanko-Schecks gegeben. So ängstlich waren sie besorgt, die absolute Rechtlichkeit unserer Sache zu beweisen. Nun können wir die Schecks nicht zahlen." (Ramsay Macdonald. ,.In Palästina. Altes und Neues." Berlin i924, S. 17.) Zionistisch« Bewegung und nationalarabische Bewegung sind keine gleichen Größen. Die Zionisten verfügen über eine straffe Organisation und ein ausgezeichnetes Organisationstalent1) Überall in der Welt haben sie ihre Landesorganisationen 2), ihre Beamten, in größeren Städten ihre Ortsgruppen, in kleineren ihre Vertrauensmänner. Fast jeder Zionist, besonders der jüngere, wirbt mit vorbildlichem Eifer für die zionistische Idee, vor allem für den Palästinaaufbau. Die zionistische Organisation hat von jeher Verbindungen zur Presse aller Länder erstrebt: mit gutem Erfolg. Die Tatsache, daß zahlreiche Schriftsteller und Journalisten sich der zionistischen Bewegung zurechnen, kam diesem Bestreben entgegen. In allen größeren Staaten Europas sind in den letzten Jahren Pro Palästina-Komitees gegründet worden, in denen zionistische Führer mit angesehenen nichtzionistischen Führern und vor allem mit nichtjüdischen einflußreichen Persönlichkeiten der Regierungen, der Verwaltung, der politischen Parteien zusammensitzen. Die zionistische Organisation ver-!) Dazu: „Der Aufbau der zionistischen Organisation" in „Zion. Handbuch", hrg. von Gerhard Holdheim, Berlin 1928, S. 64 ff. und die folgenden Aufsätze. — Auch: „Kritische Reise", S. 119 ff. 2) Die Anzahl der Juden in Deutschland beträgt laut Volkszählung 1925: 564 3-79. Die Anzahl der bei den Wahlen zum Zionistenkongreß .1929 in Deutschland abgegebenen Stimmen (die wohl mit der Anzahl der durch Schekelzahlung Wahlberechtigten identisch ist) — dabei auch nichtdeutsche Juden — beträgt 8739. Die Zahl der Zionisten und ihrer Anhänger ist aber größer. Bei den Wahlen zum Preußischen Landesverband jüdischer- Gemeinden am 1. Februar 1925 wurden für die zionistischen Listen 23 356 Stimmen abgegeben und damit 26 Mandate gewonnen. Für die nichtzionistischen Listen wurden 78 705 Stimmen abgegeben und damit 78 Mandate errungen. Daneben wurden für zionistisch-nichtzionistische Koalitionslisten noch 12 833 Stimmen abgegeben, die 11 Mandate ergaben, und es wurden außerdem 9 weitere Abgeordnete auf Grund von Einheitslisten ohne Stimmabgabe bestimmt. Von den 124 Mandaten sind 91 als nichtzionistische, 33 als zionistische anzusehen. Die Gesamtzahl der Stimmberechtigten betrug 247981, die Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen ii48g4, die Wahlbeteiligung also 47°/o. Die Zahl der Juden in Preußen beträgt 403969. — Bei den Wahlen für die Repräsentanten der Berliner Jüdischen Gemeinde am 16. Mai 1926, deren Seelenzahl 172672 beträgt und die iSoooo Wahlberechtigte hat, erhielten die Zionisten (Jüdische Volkspartei und Poalezionisten) 18 535 Stimmen, d. s. acht Mandate und vier Stellvertreter. Die nichtzionistischen Parteien erhielten 3i 898 Stimmen, d. s. i3 Mandate und 6 Stellvertreter. Die Wahlbeteiligung betrug 37 0/0. 509

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