Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 5 (1929-1930)
- Issue
- Heft 5 (Dezember 1929)
- Article
- Juden und Araber in Palästina
- Date
- 1929-12-01
- Page
- 507 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
- article
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Alfred Wiener: Juden und Araber in Palästina czewski, Klatskin und wohl auch der Revisionismus). Unter idealistischem Nationalismus versteht er eine Idee, die nicht nur das egoistische Interesse der eigenen Nation, sondern die Erstarkung der eigenen Nation um der Menschheit willen bezweckt. Wir finden die Auffassung, daß die jüdische Nation eine Mission für die Menschheit zu erfüllen hat, bei vielen zionistischen Schriftstellern so oder ähnlich wieder: zuerst, so sagt religiöse Auffassung, die Aufgabe, den Glauben an einen einzigen Gott in der Welt zu verbreiten und deshalb die Zerstreuung in alle Welt, — heute die Lehre vom übernationalen Nationalismus, der die Vorzüge der nationalen Bewegung ungemindert aufweist, der aber die Nachteile eines vulgären, streitsüchtigen, imperialistischen Nationalismus nicht enthält Betrüblich, daß diese edle Zielsetzung so harten Erfahrungen in Palästina begegnet Zweifelhaft, ob nicht dieser abgeklärte Nationalismus nur von einer kleinen Schar mit besonderer Kultur und feiner Herzensbildung getragen werden kann, ob es ihm nicht so ergehen muß wie der Religion, die, je weiter sie sich von der Person des Stifters entfernt, je größer und gröber der Kreis ihrer Anhänger wird, desto mehr handgreifliche Symbole braucht, um sich zu behaupten. Solchen Dornenweg muß dieser Nationalismus auch beschreiten, und am Ziel trägt er, wie wir jetzt erleben, den Helm der revisionistischen Legion. Jüdische Arbeit und Parlament. Etwas Tragisches haftet auch den zwei anderen Problemen an, deren gegenwärtige Behandlung einem freundschaftlichen Verhältnis mit den Arabern so sehr im Wege steht. Das eine bedeutsamere, — weil eine ersichtlich unabänderliche Grundlage des Aufbaus und schwerlich von nichtjüdischen Einflüssen zu regulieren —, ist das Problem der nur jüdischen Arbeit, das andere ein Opportunitätsproblem, dem vielleicht einmal der gefährliche Stachel von außen her, sogar gegen jüdischen Willen, genommen werden könnte, das palästinische Selbstverwaltungsp r o b 1 e m. Es ist vom zionistischen Standpunkt aus verständlich, daß die palästinischjüdische Arbeiterschaft unerbittlich darauf hinwirkt, jüdische Arbeit nur durch jüdische Arbeiter ausführen zu lassen. Moses Calvary schreibt in einem hier schon erwähnten (S. 5o4, Anm, i) Aufsatz ...Deutsche Juden in Palästina": 506