Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 5 (1929-1930)
- Issue
- Heft 4 (Oktober 1929)
- Article
- Gedächtnisworte für Julius Goldstein
- Date
- 1929-10-01
- Page
- 324 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2895450-2895483-2895488-2900011--03764-2900061- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Zu Seite 328: Der König auf dem Turme Da liegen sie alle die grauen Höhn, Die dunkeln Täler in milder Ruh; Der Schlummer waltet, die Lüfte wehn Keinen Laut der Klage mir zu. Für alle hab ich gesorgt und gestrebt, Mit Sorgen trank ich den funkelnden Wein; Die Nacht ist gekommen, der Himmel belebt, Meine Seele will ich erfreun. 0 Du goldne Schrift durch den Sternenraum, Zu Dir ja schau' ich liebend empor; Ihr Wunderklänge, vernommen kaum, Wie besäuselt Ihr sehnlich mein Ohr! Mein Haar ist ergraut, mein Auge getrübt, Die Siegeswaffen hängen im Saal, Habe Recht gesprochen und Recht geübt: Wann darf ich rasten einmal? O selige Rast, wie verlange ich Dein! O herrliche Nacht, wie säumst Du so lang, Da ich schaue der Sterne lichteren Schein Und höre volleren Klang! Uhland. 324