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Der Morgen · 1929-08-01 · Heft 3 (August 1929) · p. 264

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Journal
Der Morgen
Volume
5 (1929-1930)
Issue
Heft 3 (August 1929)
Article
Grundsätzliches zur Forschung über das Alte Testament
Date
1929-08-01
Page
264 (sequence 1)
Language
German
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Grundsätzliches zur Forschung über das Alte Testament1) Von Ludwig Feuditwanger n. Aus dem Probleinkreis „Die altorientalisdie Umwelt der Bibel". (Fortsetzung.) Die ägyptischen Urkunden und Denkmaler traten für die Forschung des Alten Testaments gegenüber den babylonischen Funden zunächst etwas zurück, sie waren aber von Anfang an sehr bedeutend und gewinnen in den letzten Jahren noch an Wichtigkeit. Zu den älteren außerordentlichen Entdeckungen gehört die sogenannte „Israel-Stele", die Flinders Petrie 1896 in den Ruinen von König Menephtas Totentempel bei Theben gefunden hat. Menephta, um 122 5 v. Chr., ist wohl „der Pharao des Auszugs" gewesen. Dafür spricht der Text auf dem Stein, ein Siegeslied aus der Zeit des neuen Reiches, der zuerst von dem Münchener Ägyptologen Wilhelm Spiegelberg veröffentlicht, kommentiert und übersetzt worden ist. Die Literatur darüber ist allgemein bekannt und zugänglich. Auf Zeile 27 ist der Name Israel in eigentümlichem Zusammenhang erwähnt: „... Israel ist verdorben, es hat keinen Samen (mehr); Palästina ist zur Witwe geworden". Zum ersten Male begegnet hier der Name Israel in einer ägyptischen Inschrift. „Die Lesung Isir'r und die Deutung auf Israel ist völlig sicher. Die ägyptische Schreibung charakterisiert überdies Israel deutlich als Stamm oder Volk (nicht wie Kanaan, Askalon, Gezer, Jenoam als Land), und ebenso fest steht die Tatsache, daß dieser Stamm zur Zeit des Menephta, also um i2 5o v. Chr., in Palästina war. Jede andere Auffassung ist schlechterdings unmöglich; Israel ist hier mitten unter den bei) Vergl. Nr. 2, V. Jahrg. 264

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