Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 5 (1929-1930)
- Issue
- Heft 2 (Juni 1929)
- Article
- Das römische Weltreich als überrassische Schöpfung
- Date
- 1929-06-01
- Page
- 159 (sequence 1)
- Language
- German
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Das römische Weltreich als überrassische Schöpfung1) Die römische Geschichte: Ein Sieg des Willens zur Volksgemeinschaft über das Stammesbewußtsein Von Hermann Funke „Das gleiche Blut allein wird Einheitliches und Bestehendes schaffen, die Vermischung wird immer wieder Wirrnis, Kulturlosigkeit und Zersetzung schaffen" (H. F. Günther, „Rassenkunde des Deutschen Volkes", 9. Aufl., S. 4). Dies ist die Grundthese der rassischen Geschichtsdeutung, von der aus die bekannte Forderung erhoben wird, alles universalhistorische Interesse habe sich auf das Schicksal der nordischen Rasse zu konzentrieren; denn sie sei die große schöpferische Herrenrasse. Jedes Volkstum, in das nordisches Blut eingeströmt ist, habe seine großen Taten und Schöpfungen nicht dem fruchtbaren Zusammenwirken aller.seiner Kräfte, sondern nur den nordrassischen Menschen, die ihm angehören, zu verdanken. Deshalb hänge das ganze Schicksal eines solchen Volkes daran, daß diese seine Fülirerschicht ihr nordisches Blut und ihre nordische Art rein und unvermischt erhalte. Die spartanische Geschichte, so zeigte sich in meiner früheren Betrachtung, verlief ganz im Geist dieses Rassendogmas: Die nordischen Spartaner wußten ihre Rassenreinheit zu bewahren und alle Einflüsse fremden Geistes von sich fernzuhalten. Bei diesem Griechenstamm war in der Tat die nordische Rasse die Trägerin alles geistigen und staatlichen Lebens. Aber es zeigte sich uns auch, daß gerade als Folge dieser Blutsgeschlossenheit der spartanische Schicksalsi) Vgl. Heft 6 des 4. Jahrgangs S. 542 und Heft 1 des 5. Jahrgangs S. 56. 159