Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 5 (1929-1930)
- Issue
- Heft 2 (Juni 1929)
- Article
- Katholizismus und Völkerfriede
- Date
- 1929-06-01
- Page
- 140 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Theodor Steinbüchel: Katholizismus und Völkerfriede greift alle Möglichkeiten auf, die zu ihrer Realisierung beizutragen imstande sind. So erweist sich der Katholizismus, gerade als religiöser, als eine lebendige Kraft der Gegenwart, die auch die politischen Friedensbemühungen starken und stützen kann. Wieweit solche Bemühungen Erfolg haben, steht nicht beim Menschen, sondern bei Gott, nicht beim „instrumentum'' sondern bei der „causa prima" alles geschichthchen Geschehens. Aber der Erfolg ist auch nie Kriterium für das Recht der Idee und des Glaubens. Der Mensch kann überall nur pflanzen, das Gedeihen gibt Gott allein. Vor Gott bleibt der Mensch in all seiner Arbeit ein „unnützer Knecht", aber eben doch ein zur Arbeit gerufener Knecht. Die Theozentrie katholischen Glaubens ist der Anthropozentrie des bloßen Humanismus entgegengesetzt, sie umschließt Gottes und des Menschen Wirken, sie gibt aber Gott überall die letzte Macht und ihm allein die Ehre. Auch in der Friedensfrage erhofft sie, wie einst der jüdisch-prophetische Messianismus, das Letzte von Gott selbst Sie ist die Hoffnung auf Gottes erlösende Allmacht, die „auch die Schöpfung von der Knechtschaft der Vernichtung zur herrlichen Freiheit der Kinder Gottes" befreien wird . . „ . „Wenn wir aber auf das hoffen, was wir nicht sehen, dann harren wir in Geduld" (Rom. 8, 21, 2 5). 140