Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 5 (1929-1930)
- Issue
- Heft 1 (April 1929)
- Article
- Der Schwiegervater des Moses
- Date
- 1929-04-01
- Page
- 65 (sequence 1)
- Language
- German
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Der Schwiegervater des Moses Ein Beitrag zum Bestehen von Resten des atriarchats in der Bibel Von A. Kahlberg Die geschlechterrechtliche Verfassung, die den Beduinen eigentümlich war, haben die Israeliten bewahrt, nachdem sie im eigenen Lande festen Fuß gefaßt hatten. Die Familie spielte eine große Rolle; sie ordnete sich zu einzelnen Sippen und diese wieder zum Stamm. Als der Stammesverband sich lockerte, behielten die einzelnen Familien ihre Bedeutung. An der Spitze stand der Vater, die Frau war sein Besitz, die Kinder hießen nach ihm. Diese Vorherrschaft des Vaters über die Familie nennt man Patriarchat. Der Vater hat über die wichtigsten Angelegenheiten zu entscheiden, er bestimmt das Geschlecht, die Erbfolge usw. Es sind, dies Verhältnisse, die wir uns sehr schwer anders vorstellen können, und die uns nicht besonders auffallen, weil ja auch unser Eherecht ein durchaus patriarchalisches ist. In der Gesetzgebung des Pentateuch tritt dieser patriarchalische Zug mit besonderer Deutlichkeit hervor. Das ganze i. Buch.Mose ist auf dem Prinzip der „Geschlechtsregister' mbin aufgebaut. Die Töchter werden nur nebenbei erwähnt. Die Einrichtung der Leviratsehe hat den Sinn, daß der Sohn den Vater beerbt, daß also der Landbesitz stets in derselben patriarchalisch organisierten Familie bleibt; die Töchter müssen, um des Erbes nicht verlustig zu gehen, wenn ein Sohn nicht da ist, männliche Verwandte heiraten. Der Vater hat Gewalt über seine Kinder; er kann z. B. die Töchter als Sklavinnen verkaufen. Naturgemäß ist er auch für die Verheiratung der Kinder in erster Linie verantwortlich. In der Patriarchengeschichte zeigt sich dies am deutlichsten. Abraham sorgt für Isaaks Verheiratung, dieser mit Rebekka zusammen für die Verheiratung Jakobs. Die Stelle Genes. 2, 2 4: „Deshalb verlasse der Mann seinen Vater und 65