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Der Morgen · 1929-04-01 · Heft 1 (April 1929) · p. 17

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Journal
Der Morgen
Volume
5 (1929-1930)
Issue
Heft 1 (April 1929)
Article
Die Idee des Völkerfriedens im Altertum
Date
1929-04-01
Page
17 (sequence 15)
Language
German
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Die Idee des Völkerfriedens im Altertum mäßige Regelungen der Beziehungen der Völker. Daher gibt der religiöse Friedensgedanke des Judentums der heutigen Friedensbewegung nicht nur eine — vom Standpunkte idealistischer Weltbetrachtung aus — bedeutungsvolle Stütze, sondern zugleich einen tieferen, über die nächsten politischen Ziele hinausweisenden Sinn. Zweifellos würden die Propheten, wenn sie heute lebten, das Werk jener Männer fördern, die die Schiffspanzer zu Eisenbahnschienen und die Kanonen zu Überseekabeln unizuschrnieden streben. Aber sicher würden sie zugleich darauf hinweisen, daß der „Friedensbund", den sie verkündeten (Jes. 54, 10), weder durch den Druck wirtschaftlicher Verhältnisse erzwungen noch durch die Macht zwischenstaatlicher Übereinkunft verbürgt, sondern nur durch eine Besinnung der Menschheit auf den Urgrund ihrer sittlichen Verpflichtung zur Wirklichkeit werden kann.-- Nachbemerkung. Obige Darstellung wurde absichtlich so knapp wie möglich gefaßt, um den Vergleich zwischen den treibenden Mächten in Hellas und im Judentum auch dem Fernerstehenden zu ermöglichen. Es ist daher gerade auf Naheliegendes durchweg verzichtet worden; die Entwicklung des Friedensgedankens in der spätrepublikanischen und kaiserlichen Zeit (Varro; [\. Ekloge; Seneca), die besondere Fassung bei den einzelnen Propheten, Aussprüche des Midrasch über Q1]*?^, halachische Bestimmungen über I"Qin nbllbö (Ggs. fTWl) udergl. hätten nur im Rahmen einer größeren Schrift ausreichende Behandlung finden können. Auch eine erschöpfende systematische Würdigung der Schätzung des Friedens innerhalb der jüdischen Weltanschauung im weitesten — Persönliches, Häusliches, Politisches umfassenden — Sinne ist aus diesem Grunde nicht beabsichtigt. Einige Hinweise auf neuere Arbeiten werden Weiterforschenden um so erwünschter sein. Über die griechische Auffassung: Jüthner, Hellenen und Barbaren, Leipzig, Dieterich, 1920. H. Fuchs, Augustin und der antike Friedensgedanke, Berlin, Weidmann 1926. M. Mühl, Die antike Menschheitsidee in ihrer geschichtlichen Entwicklung, Leipzig, Dieterich 1928, sämtlich mit Hinweisen auf ältere Arbeiten. Über Panaitios: I. Heinemann, Poseidonios* metaphysische Schriften. Breslau, Marcus, I 1921, II 1928 (s. Register). Über das Verhältnis der israelitischen Friedenserwartung zu ägyptischen und babylonischen Schilderungen einer goldenen Zeit: Dürr, Ursprung und Ausbau der israelitisch-jüdischen Heilandserwartung, Berlin, Schwetschke 1925. Zur Bibel: Caspari, Vorstellung und Wort Friede im A. T., Gütersloh, Bertelsmann ig 10; Eichrodt, Die Hoffnung des ewigen Friedens im alten Israel, ebenda 1920. Zu den Nachwirkungen der hellenischen und der griechischen Friedenserwartung I. Heinemann, Der Völkerbund im Lichte des Judentums, Jeschurun V, 1918, 609 ff. (auch als Sonderdruck im Verlag des Jeschurun, Berlin N 24, erschienen). über QlbtP, €LQjjvfy pax einerseits Caspari a.a.O., andererseits Fuchs a.a.O., i66ff. (der die Darstellung der Eirene in der Kunst zu wenig beachtet). Daß dtsch. Friede ursprünglich gleichfalls keine sehr tiefe Bedeutung hat, zeigt Herbig, „Friede", Roetocker Rektoratsrede 1919. Über q)l).CCV&()(OTti<X s. Lorenz. De progressu notionis cpckccv&QCOTticeg, Leipzig Diss. 1914- Über den Unterschied zwischen der religiösen und der nichtreligiösen Auffassung der Humanität vergl. auch H. Scholz. Religionsphilosophie 2 128. 2 17

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