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Der Morgen · 1929-04-01 · Heft 1 (April 1929) · p. 3

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Journal
Der Morgen
Volume
5 (1929-1930)
Issue
Heft 1 (April 1929)
Article
Die Idee des Völkerfriedens im Altertum
Date
1929-04-01
Page
3 (sequence 1)
Language
German
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Die Idee des Völkerfriedens im Altertum Von I. Heinemann Der ungeschriebene Lehrauftrag, den Zacharias Frankel seinem großen Mitarbeiter Jakob Bernays übertrug1), lautete auf die Untersuchung der Möglichkeit, Hellenentum und Judentum zu organischer Verbindung zu bringen. Und um zu scheiden zwischen fruchtbaren Synthesen beider Kulturen und jenen Halbbildungen, die „die Geschichte verächtlich beiseite schiebt", ging Bernays den Weg historischer Betrachtung: an ihrer geschichtlichen Erscheinung sollte sich die Nähe wie die Ferne beider Kulturen, also die Möglichkeit des Zusammengehens und die Notwendigkeit des Widerspruchs und der Ergänzung offenbaren. Den gleichen Weg gehen auch wir; und die neuere problemgeschichtliche Forschung könnte uns den Weg erleichtern, die freilich die Gebiete des Hellenismus und des biblischen Schrifttums mit weit mehr Eifer und Erfolg gepflegt hat, als das des nachbiblischen Judentums. Besondere Belehrung dürfen wir uns von der Behandlung eines Gedankens versprechen, der, in dieser Form wenigstens, nur in "Hellas und in Israel verkündigt worden ist und auf die Gegenwart — noch stärker, wie wir hoffen, auf die Zukunft — machtig nachwirken konnte: des Gedankens des Völkerfriedens. * * Das griechische Volk, wie wir es aus den homerischen Epen kennenlernen, ist ein durchaus kriegerisches Volk gewesen. Wohl gilt Nestors Klugheit nicht weniger als Achilleus' Starke, aber doch nur, weil sie im Kriege noch größeren Erfolg verbürgt; wohl sind die Gottheiten des Krieges, Ares und Eris, Unglücksgötter für den Menschen und selbst bei den Göttern nicht beliebt; aber '!) Dem folgenden Aufsatz liegt ein Vortrag zugrunde, der am 27. Januar 1929 bei der Jahresfeier des jüdisch-theologischen Seminars in Breslau gehalten wurde. 3

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