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Der Morgen · 1929-02-01 · Heft 6 (Februar 1929) · p. 625

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
4 (1928-1929)
Issue
Heft 6 (Februar 1929)
Article
Etzel Andergast
Date
1929-02-01
Page
625 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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Etzel Aridergast Studie zum Fall Maurizius Von Else Meidner Jakob Wassermann hat die Auffassung, die die folgende Darstellung vertritt, bestätigt. Er ist selbst, wie wir hören, zur Zeit mit einer eingehenden Erörterung dieses Themas beschäftigt, die die Einführung zum künftigen Etzel-Roman bilden wird. Der junge Held des Romans steht zwischen zwei verschlungenen Handlungen; die eine Handlung, die Tragödie Maurizius, die beim Beginn des Buches zum größten Teil abgeschlossen ist, bringt die andere, im Haus Andergast, ins Rollen: sie revolutioniert dieses kühle Haus so heftig, daß von dort rückwirkend der ganze Fall Maurizius aufgelöst wird, indem er sich von verschiedenen Seiten her, vierfach vor uns aufblättert. Das bloße Ahnen um seine Tragik lenkt Etzels Tun so wirksam, daß der alte Maurizius, der junge Maurizius im Zuchthause, Waremme und die alten verstaubten Akten, in wechselnder Beleuchtung, noch einmal dieses längst vergangene Geschehen vor uns enthüllen müssen. In seiner jungen Seele liegen die Kräfte, die die Szenen des Buches beleben. Durch ihn erwacht Waremine aus seiner Lethargie und spricht, wie nur jemand redet, der Jahre hindurch geschwiegen hat; durch ihn steht sein Vater, der Staatsanwalt, wieder vor dem Sträfling Maurizius und durch ihn blicken seine Eltern in einer peinvollen Unterredung noch einmal in die Trostlosigkeit ihrer Ehe zurück. Seine Energie strahlt nach allen Seiten hin aus, und wenn Maurizius nach seiner Entlassung leblos durch die Straßen Berlins wankt, wenn er in einer letzten Hoffnung zu Anna Jahn geht, so ist auch daran Etzel beteiligt. Er hält das Schicksal aller Personen in seinen Knabenhänden: ob der Mord, den Anna begangen, der Meineid, den W.aremme geleistet hat, ob die Unzulänglichkeit seines "Vaters geheim bleiben oder offenbar werden soll, seiner jungen Seele ist alles anvertraut. Er ist vor allem auch der Träger der Idee und schon deshalb der Held des Buches. In einem besonderen Sinn ist allerdings Anna Jahn die wichtigste Person; sie hatte nicht nur rein zeitlich lange vor Etzel das Spiel in der Hand, sie ist auch psychologisch die Be- 625

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