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Der Morgen · 1929-02-01 · Heft 6 (Februar 1929) · p. 541

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Journal
Der Morgen
Volume
4 (1928-1929)
Issue
Heft 6 (Februar 1929)
Article
Einführungen in das erste Buch Mose
Date
1929-02-01
Page
541 (sequence 17)
Language
German
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Der Beter Ephraims, des führenden Stammes im Reiche Israel, dessen Volk vor mehr als hundert Jahren fortgeführt worden war. Da tröstet sie Gott: höre auf zu weinen und hemme deine Tränen, du hast eine Hoffnung, deine Kinder werden wiederkehren, zurück aus Feindesland in die Heimat Das Mutterherz kann nicht vergessen und wird niemals aufhören, ein verschollenes Kind zu beweinen. Für dieses Mutterherz ist dem Propheten, der selbst sein Volk mit einem Mutterherzen liebt, das Urbild RaheL Ein schweres Leid wird Jakob noch von seinem ältesten Sohne bereitet, dann langt er schließlich in Hebron bei dem Vater an und sieht ihn sterben. Hier am Grabe des Vaters begegnen sich noch einmal die Brüder und setzen ihn gemeinsam in dem Erbbegräbnis bei, in dem bereits Abraham, Sara und Rebekka ruhen. — Ein Schlußkapitel (36) beschäftigt sich mit dem Hause Esaus. Kanaan hatte er aufgegeben und dem Bruder überlassen. Nachdem er sich einerseits mit den Kanaanitern, andererseits mit den Urbewohnern des Landes Seir oder Edom verschwägert hatte, ließ er sich dauernd in diesem Lande nieder, womit er für den Fortgang dieser Geschichte ausscheidet Aber die Ausführlichkeit und Genauigkeit, mit der alle seine Slämme und Fürsten aufgezählt werden, beweisen, daß der Verfasser nicht davon abläßt, Esau-Edom als den Bruder Jakob-Israels zu betrachten. Daher mehrere Male der nachdrückliche Hinweis: Edom ist Esau! Er stellt sogar fest, daß Edom sich noch früher des Glanzes einer Königsherrschaft zu erfreuen hatte, und zählt acht Könige auf, die in Edom regiert haben, „bevor ein König in Israel regierte". Von diesem Satz wird allgemein angenommen, daß er erst in der Königszeit, also frühestens in den Tagen Sauls geschrieben sein kann. Aber es ist uns doch nicht mehr so sicher, ob der Satz nicht besagen könne: während es in Israel bis jetzt noch keinen König gibt Der Verfasser der Genesis stellt das Königtum in Israel zu geflissentlich als eine Verheißung erst für ferne Zeiten hin (17,6; 35, 11), als daß er es hier unverhüllt als bereits bestehend voraussetzen sollte. Damit ist die Bahn frei für „die schönste aller Geschichten", wie Mohammed sie genannt hat, die Geschichte vom verlorenen Sohn, von Joseph. 541

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