Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 4 (1928-1929)
- Issue
- Heft 5 (Dezember 1928)
- Article
- Gustav Landauer zum Gedächtnis
- Date
- 1928-12-01
- Page
- 472 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
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Richard Detlev Loewenberg: Gustav Landauer zum Gedächtnis Einsamkeit der um der Idee willen Rücksichtslosen, von der Landauers Freund Julius Bab zu erzählen weiß, die Menschen verbrauchen und die letzten Freunde zurückstoßen und sich der Worte Dehmels schuldig machen: Höre, höre Geist der Wahrheit, mein Zwiespalt, meine dunkle Schuld, der ich wandelte in Kampf und Starrheit, Liebe lehrt ich und Geduld. Das Schicksal wird zum Verhängnis, das nur der Tod lösen kann, der Tod durch eigene oder fremde Hand, durch Wahnsinn oder Weltflucht. So war Kleist und Nietzsche, Hölderlin und auch Landauer. Er war ein Wissender und dennoch wirkte und suchte und hoffte er für die Menschen; denn tiefer als sein Wissen war sein Herz. Wie wir nur in seltenen Stunden in der Erschütterung der Liebe oder des Todes leben, so war sein ganzes Leben unsern rückschauenden Blicken ein einziger seltener Augenblick der Begeisterung. Und in seiner unendlichen Liebe ruft er mit Hölderlin hinein in unsere dunklen Zeiten: Wachs und werde zum Wald. Eine beseeltere, Voll entblühende Weltl Sprache der Liebenden Sei die Sprache des Landes, Ihre Seele der Laut des Volks! 472