Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 4 (1928-1929)
- Issue
- Heft 5 (Dezember 1928)
- Article
- Die Rassenfrage in ihrem Verhältnis zu Religion und Recht
- Date
- 1928-12-01
- Page
- 445 (sequence 1)
- Language
- German
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Die Rassenfrage in ihrem Verhältnis zu Religion und Recht Von Hans Hartmann Der ostpreußische Dichter Alfred Brust, dem wir für die dichterische Behandlung von Rassenfragen recht viel verdanken, läßt an einer Stelle seines Dramas „Der Tag des Zorns", an der die Gefahr eines Prbgroms ganz nahe ist, seinen Helden Sdun sagen: „So ihr den Rabbi tötet, wird euch kein Wunder geschehen". Unter dies Motto möchte ich meine Ausführungen über Rasse, Religion und Recht stellen. Nicht die gegenseitige Vernichtung ist der Sinn der Tatsache, daß es verschiedene Gestalten des Menschen gibt, sondern das Wunder der Erlösung aus der Not der Menschheit — und an jener Stelle handelt es sich um die tiefste innere und äußere Not — und dies kann nur bei einer Besinnung auf die letzte Einheit und die Möglichkeit des Zusammenstehens erwartet werden. Dazu ist es nun freilich notwendig, wenn wir uns die Sache nicht zu leicht machen wollen, daß wir die beiden größten gestaltenden Mächte der Menschengeschichte, Religion —die das Innere gestaltet — und Recht — das Äußeres formt, auf ihre Beziehungen zur Tatsache und zur Frage der Rasse untersuchen. Wir werden uns zuvor kurz verständigen müssen, was wir meinen, wenn wir das Wort „Rasse" aussprechen. Denn je mehr man sich in diese Materie einarbeitet, desto unklarer werden die Begriffe, desto fragwürdiger alle Forschungsresultate. Von einer jüdischen Rasse darf man eigentlich gar nicht mehr reden. Es gibt zwei hauptsächliche jüdische Rassetypen, den semitisch-mittelländischen und den hethitischen, aber es gibt auch Forscher, die den jemenitischen (arabischen) Typus als den reinsten noch vorhandenen jüdischen Stamm ansehen zu müssen glauben, obwohl die jemenitischen Juden mit 445