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Der Morgen · 1928-10-01 · Heft 4 (Oktober 1928) · p. 405

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Journal
Der Morgen
Volume
4 (1928-1929)
Issue
Heft 4 (Oktober 1928)
Article
Die 7. Delegiertentagung des Verbandes der jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Date
1928-10-01
Page
405 (sequence 1)
Language
German
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Die 7. Delegiertentagung des Verbandes der jüdischen Jugendvereine Deutschlands Von Martin Goldner I. „Unser Weg in die Wirklichkeit'. Unter diesem Titel stand die diesjährige Tagung des Verbandes der jüdischen Jugendvereine Deutschlands, der kurz als der „neutrale" bekannt ist und seit dieser Tagung wohl der Verband der 12 000 heißt. Vor Jahresfrist fand unter ähnlichem Motto: „Um jüdische Wirklichkeit" der Bundestag des Älterenbundes der Kameraden in Dessau statt, von dem jüngst hier berichtet wurde (Jahrg. 4, H. 2, S. i95). So ähnlich Absicht und Rahmen der Tage erscheinen, so verschieden ihr Inhalt. Nicht im Sinne sich ausschließender — wohl aber sich ergänzender Gegensätzlichkeit. In Dessau hatten sich kaum 5o junge jüdische Menschen getroffen: Führer, Ältere der Jugendbewegung; aber jetzt allein, ohne Auftrag, Jüngste der gegenwärtigen Generation, bereit Verantworter, Führer zu sein auch im Kampf um die jüdische Wirklichkeit — bei der Verwirklichung der frühen Pläne und Hoffnungen in Gegenwart und Zeit. In Dresden traten an 5oo Vertreter zusammen, die von 12 000 Menschen abgesandt waren, um zu beraten, wie die Masse Weg und Zugang zur Wirklichkeit — zur wirkenden Zeit — finden könne. Denn dieser Verband hat „die Frage Auslese oder Masse für sich entschieden und sich freudig der Masse verpflichtet" (Felsenthal). Ihm also ist nicht die Frage, wie gelingt es uns Boden zu gewinnen, * auf dem unsere Saat aufgehe, sondern" umgekehrt, wo ist die Saat, die auf diesem Boden gedeiht. Und spiegelbildhaft wie dies ist auch die Geschichte dieses Verbandes zu der der übrigen jüdischen Jugendbewegung. Ursprünglich eine Jugendpflegeorganisation (von 1909 bis zum Weltkriege) gedieh der Verband bis die auch in ihm selbst wachgewordene Revolution der Jugend ihn fast zersprengte. Das war in den Jahren 1920—a5, da der jungjüdische Wanderbund entstand und sich vom Verbände lossagte, in den auf geregten Zeiten der Entscheidungsnot und Spaltung, in denen die Neutralität und die autoritative Führerschaft der ausbrechenden Jugend nichts bedeuten konnte. Das war in den Jahren, da „die Jugend Wille und Mut 405

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