Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 4 (1928-1929)
- Issue
- Heft 4 (Oktober 1928)
- Article
- Heinrich Heine
- Date
- 1928-10-01
- Page
- 392 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Kurt Eckstein: Heinrich Heine stellt sich bei all denen heraus, welchen erst der Kontrast zum geistigen Prinzip den Weg zur Sinnenfreudigkeit eröffnet hat. Ob dieser Mensch sich entschlossen zur Geistigkeit oder zur Sinnlichkeit bekennt: er wird nie dem geistigen Prinzip entrinnen können; denn auch die sinnlichen Gestaltungen wandeln sich ihm unversehens nach den Prinzipien der Geistigkeit Je mehr er kämpft und ringt und sich vom geistigen Prinzip zu lösen sucht, um so deutlicher zeigt sich seine tiefverw arzelte Abhängigkeit von diesem Prinzip. Auch der Abtrünnige kann seinem Kreise sich nicht entziehen. Jede Regung des Lebens durchdringt der Ruach hakodasch, der heilige Hauch, bis er ganz den Widerstrebenden wieder in sein Reich, in das Reich des Geistes gezogen hat. Hier löst sich der Zwiespalt und die Unruhe rastlosen Bemühens. Die Harmonie, die der Wollende nicht errang, ward nun dem Entsagenden. Die Wogen des erregten Lebensspiels glätten sich. Von der Höhe geistiger Betrachtung erscheint die Welt in ruhigen, geordneten Linien und wird ein Symbol sinnvollen, göttlichen Waltens. iieiieliielf Frankfurt a. Main 392