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Der Morgen · 1928-08-01 · Heft 3 (August 1928) · p. 289

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
4 (1928-1929)
Issue
Heft 3 (August 1928)
Article
Zum ersten Band der Encyclopaedia Judaica [Rezension]
Date
1928-08-01
Page
289 (sequence 1)
Language
German
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Zum ersten Band der Encyclopaedia Judaica Mit einer Anmerkung über jüdische Bibelwissenschaft von Franz Rosenzweig Ein pompöser Band, fast 4o Bogen, rotes Leinen, braunes Leder, Goldschnitt, der vornehme (abgesehen höchstens von dem kuriosen Kringel um die Bandzahl) Einbandentwurf von E. R. Weiß, liegt vor: der erste Band der „Encyclopaedia Judaica", herausgegeben vom Verlag Eschkol. Der lateinische Titel braucht niemand abzuschrecken; das Werk ist nicht in lateinischer Sprache, sondern in gutem lesbarem — auch groß und leserlich gedrucktem — Deutsch abgefaßt. Nicht in knappem Lexikondeutsch, sondern in einer Sprache, wie man sie etwa in einer Zeitschrift, die sich an den breiten Kreis der Gebildeten wendet, zu finden erwartet. Dabei sind die Redakteure und Verfasser großenteils die besten Vertreter der betreffenden Fächer in unsrer Zeit — wobei man sich allerdings bewußt machen muß, daß auch von Zeiten gilt, daß nur ein Schelm mehr gibt als er hat oder, jüdisch gesprochen: Samuel in seiner Zeit, Jefta in seiner. Eine äußerst glückliche Idee liegt schon der Anordnung des Ganzen zugrunde. Es ist Lexikon und Handbuch zugleich. Neben den Einzelartikeln werden die großen Themen in ausführlichen zusammenhängenden Aufsätzen behandelt, die sich annähernd zum Umfang eines Bändchens „Aus Natur und Geisteswelt" auswachsen. Von solchen großen: Zusammenfassungen bringt dieser Bandr Abgaben und Steuern, Aggadische Literatur, Ägypten, Talmudische Akademien. Aber auch die Einzelartikel haben nicht das Gehetzte des Lexikonstils, sondern, breiten sich je nach dem Interesse des. Gegenstandes aus zu kleinen und großen Essays, die, sachkundig und meist formvoll zugleich, unterhaltsam belehren. Sa nehmen sich z. B. die Artikel über die talmudischen Lehrer oder die über die chassidischen Zaddikim fast stets die Zeit, charakteristische Aussprüche mitzuteilen, und auch das Anekdotische wird nicht vermieden, sondern, wo es charakterisiertgern hervorgezogen. Und etwa ein Mann, wie Abraham ben Dawid von Posquieres, der Kritiker des Maimonides, wird, unk nur diesen aus vielen zu nennen, in einem beinah aufregend interessanten Artikel vom runden Umfang eines zwölfseitigen Aufsatzes dieser Zeitschrift behandelt. Kurz, man hat etwas zu lesen. Um eine selbstgemachte Erfahrung mit- 289

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